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Moldawien: „Jemand denkt an dich!“

Anfang 2018 verteilte eine Gruppe Jugendlicher aus Steffisburg BE in Moldawien Weihnachtspäckli. Simon Meier hat sie begleitet.

 

Simon, welche Gedanken gehen dir durch den Kopf, wenn du an den Einsatz in Moldawien zurückdenkst.

Da kommen mir die vielen Gesichter von Männern und Frauen in den Sinn, welche uns die Wohnungstüren aufgetan haben. Wir standen als Fremde auf dem Flur und es brauchte nur eine Klinke, die sich bewegte, und wir wurden Vertraute. Kinderaugen sahen uns an; sie haben trotz fremder Sprache eines verstanden: jemand denkt an mich. In farbiges Papier gewickelt, löst ein Päckli Freude aus, Skepsis weicht und Freude zieht ein, Emotionen nehmen ihren Lauf und vergossene Tränen lassen mich nur erahnen, was in solchen Momenten Herzen bewegt. Was bleibt, ist ein seltener Moment im Leben eines Menschen. Auch für mich.


Welches Erlebnis bleibt dir besonders in Erinnerung?
In der Hauptstadt Chișinău besuchten wir Männer der Feuerwehr, welche uns mit viel Berufsstolz ihre russischen Fahrzeuge präsentierten. Die Ausrüstung ist veraltet und Fotos von Feuersbrünsten erzählen von ihren Kameraden, welche ihr Leben auf Einsätzen gelassen haben. Skilehrerjacken haben wir ihnen gebracht und eine ehrfürchtige Stimmung machte sich breit. Von ihrem Kommandanten in Reih und Glied befohlen, sind wir wie ein Staatsbesuch an der Truppe vorbeimarschiert. Diese mutigen Jungs – bereit, ihr Leben für andere zu riskieren – gehen mir seither nicht mehr aus dem Kopf.

 

 

Unterwegs in Moldawien: Zwei Jugendliche aus der Schweiz (links) und Simon (rechts).
Foto: © HMK


Die Jugendlichen aus deiner Gemeinde waren zwischen 14 und 16 Jahre alt und kamen auch an ihre Grenzen…
Die Tage waren lang, die Autofahrten rasant und das Essen teils ungewohnt. Das brauchte Körper und Geist. Die Seele kam dabei oft zu kurz. Nicht alle fanden sich in der hohen Kadenz solcher Tage gleich gut zurecht. Da half spät abends jeweils der gemeinsame Austausch. Aussprechen was bewegt, das Beten um was wir hoffen und miteinander glauben, nämlich dass Jesus dort übernimmt, wo wir es nicht selbst vermögen.

Was begeistert dich an der Aktion Weihnachtspäckli?
Teil von einer Bewegung zu sein, im Wissen, dass an anderen Fronten fürs Gleiche eingestanden wird, motiviert. Ob als ganze Gemeinde, Familie oder als Einzelperson.  Die Aktion ist eine ideale Plattform, um mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Und ich bin begeistert, wieviel Freude diese Päckli in Osteuropa auslösen. Die Botschaft ist hier wie dort dieselbe: Jesus ist auf diese Erde gekommen.

Wollen Sie zur Deckung der Logistik- und Transportkosten der Aktion Weihnachtspäckli beitragen? Die durchschnittlichen Kosten eines Sattelschleppers betragen 5‘100 Franken (4‘300 Euro).

Aktion Weihnachtspäckli

Schweizweit kamen 107‘300 Päckli bei der Aktion Weihnachtspäckli 2018 zusammen, die mit 35 Sattelschleppern in die Verteilländer in Osteuropa transportiert wurden. 1‘539 Päckli wurden in Steffisburg gemacht. Mehrere Dutzend Helfer/innen fertigten an zwei Wochenenden vor dem Coop und Migros Weihnachtspäckli, und zwar mit Inhalten, die die Passanten gerade vor Ort einkauften. Videoclips der Verteilung in Osteuropa: www.weihnachtspäckli.ch