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„Aktion Weihnachtspäckli”: Bunte Überraschungen in grauen Plattenbauten

Milana in der Ostukraine mit einem Weihnachtspäckli aus der Schweiz.

hmk/November 2014 - Letztes Jahr wurden in der Schweiz insgesamt 89‘500 Weihnachtspäckli gesammelt. Ein Mitarbeiter der HMK berichtet von der Päckli-Verteilung in der Ostukraine.

 

Frutigländer: Herr Brechbühl, was geschieht mit den Päckli, wenn sie bei Ihnen in der HMK ankommen?
Simon Brechbühl: Wir laden sie auf Karren, die wir später direkt auf die Sattelschlepper verfrachten. Jeweils Mitte November verlassen die ersten Lastwagen unser Lager in Richtung Ukraine und Moldawien. Die Fahrt dauert ungefähr eine Woche.

Mit wem arbeiten Sie vor Ort zusammen?
Mit einheimischen christlichen Gemeinden. Sie kümmern sich um die Zollformalitäten und verteilen die Päckli an die Bedürftigen. Unsere Partner haben eine Liste der Hilfsbedürftigen. Sie kennen die Verhältnisse und wissen, wer auf die Unterstützung angewiesen ist. Wir bringen die Päckli in die ärmsten Gegenden Osteuropas.

Wie verläuft die Verteilung?
Pakete erreichen Waisen- und Obdachlosenheime, Schulen, Spitäler, sowie Alkohol- und Drogenentzugskliniken. Im Waisenheim haben wir 4- bis 15-jährige Kinder beschenkt. Alle Kinder, die keine Eltern und Verwandte mehr haben, bleiben auch an Weihnachten dort. Bei den ausgewählten Haushalten klingeln wir einfach an der Türe. Sie hausen meist in den trostlosen Vorstädten mit ihren endlosen Plattenbauten. Ich fühlte mich dort in eine Sowjetfilm-Szenerie zurückversetzt.
Meistens öffnen Frauen oder Kinder die Türe. Sehr oft haben wir erlebt, dass die Grossmutter mit den Kindern zuhause ist, weil die Mutter arbeitet und der Vater die Familie verlassen hat. Die Gründe sind meist Alkoholabhängigkeit, Arbeitslosigkeit und damit verbunden Kriminalität sowie Gefängnis und anschliessend ein Leben auf der Strasse.

Wie reagieren die Beschenkten?
Ihre Freude ist unbeschreiblich. Oft wurden wir zu Kaffee und Tee eingeladen. Die Kinder im Waisenhaus haben uns Lieder vorgesungen, Gedichte vorgetragen und sind dann ins Zimmer gegangen, um die Mitbringsel auszupacken.
Die Menschen sind zutiefst berührt, dass sich jemand für sie interessiert und sie wahrnimmt, denn sie leben in einer egoistischen Kultur mit grosser Vereinsamung. Es gibt deshalb auch einzelne, die sich kaum an die Türe trauen.

Wer packt denn in der Schweiz all die Geschenke ein?
Es sind Vereine, Kirchen, Schulen und Privatpersonen. Manche Frauen stricken das ganze Jahr hindurch Käppli und Halstücher für die Päckli. Einige Leute haben zu wenig Zeit und spenden dafür Geld. Das hilft uns, die Transport- und Organisationskosten der Aktion zu decken.•

Interview:
Yvonne Baldinini, Zeitung Frutigländer,
erschienen am 15. November 2013

Wenn Sie die „Aktion Weihnachtspäckli” finanziell unterstützen wollen, können Sie dies entweder mit einem Päckli oder mit Ihrer Spende tun. Herzlichen Dank.

 

Mehr Informationen: Aktion Weihnachtspäckli

Dein Päckli in der Ukraine

Die Ukraine ist geprägt von Armut und Korruption. Kriminalität, Alkohol, Drogen und zerrüttete Familien sind allgegenwärtig. Mit der «Aktion Weihnachtspäckli» erhalten bedürftige Familien, Waisenkinder, Witwen sowie Menschen in Spitälern und in Alkohol- und Drogenentzugskliniken ein Geschenk aus der Schweiz. Das können viele Menschen kaum fassen! Der Segen ist enorm und verändert Menschenleben.