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Myanmar: „Ihr Glaube an Gott ist ihnen eine grosse Stütze“

hmk./ Juni 2019  – Myanmar machte jüngst Schlagzeilen durch die gewaltsame Vertreibung der muslimischen Bevölkerungsgruppe der Rohingya. Doch wie geht es den Christen im Land?

HMK: George, du bist gerade zurück aus Myanmar. Das Land wurde Jahrzehnte von einer Militärdiktatur regiert. Erst seit einigen Jahren findet eine politische und auch wirtschaftliche Öffnung statt. Mit welchem Eindruck bist du zurück in die Schweiz gereist?
George: Fortschritte sind zu erkennen, doch die Herausforderungen sind immens. Der schlechte Umgang mit den anhaltenden Auseinandersetzungen zwischen ethnischen Minderheiten und der Zentralregierung in den Staaten Rakhine, Kachin und Shan erzeugt viel Kritik. Anfängliche Reformbemühungen kamen offenbar ins Stocken. Christen, die oft sowohl zu einer religiösen als auch ethnischen Minderheit gehören, werden nach wie vor benachteiligt und sind schutzlos. Für viele ist ihr Glaube an den lebendigen Gott eine grosse Stütze in ihrer schwierigen Lage.


Wie arbeitet die HMK in den Projekt-ländern?

Wir arbeiten langfristig mit Einheimischen vor Ort. Mit ihnen haben wir in der Vergangenheit auch bei verschiedenen Naturkatastrophen Nothilfe geleistet. Als bekennende Christen sind sie ein Zeugnis der praktischen christlichen Nächstenliebe in ihrem mehrheitlich buddhistischen Land. Auf von ihnen betreuten Social Media Plattformen findet ein wertvoller Austausch mit Interessierten statt. Die Nachfrage nach der theologischen und auch sozial-karitativen Weiterbildung für lokale Gemeindeleiter ist gross. In der Compassion-Klinik in Mandalay werden mittellose Menschen durch Ärzte und Pflegepersonal medizinisch betreut. Im Schulheim Lebendiges Wasser erhalten zurzeit 90 Kinder aus vernachlässigten Volksgruppen täglich warme Mahlzeiten, Nachhilfeunterricht, medizinische Versorgung sowie Freizeit- und Sportangebote.

Mittagspause im Schulheim Lebendiges Wasser: 90 Kinder aus vernachlässigten Volksgruppen. Foto: © HMK

 

Worauf achtest du bei deinen Projektbesuchen im Land?

Bei all meinen Reisen in Länder, wo die Menschenrechte eingeschränkt werden, achte ich sehr darauf, dass unsere lokalen Partnerinnen und Partner durch den Kontakt mit mir nicht in zusätzliche Schwierigkeiten geraten. Wir treten nicht als „Wohltäter“ auf, sondern wir sehen uns als Teil einer Kooperation auf dem Weg zu einem gemeinsamen Ziel. Den Menschen Mut zu machen und Zukunftshoffnung zu verbreiten, ist mir ein grosses Anliegen.

Myanmar – mittellos und unterdrückt

Tragen Sie unser Engagement in Myanmar im Gebet und auch finanziell mit! Mit 120 Franken (100 Euro) können Sie den 90 Kindern im Schulheim für einen Tag den Unterhalt (Essen, schulischen Unterricht, medizinische Versorgung, Freizeitangebote) sicherstellen.