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Myanmar: Christen befürchten zivile Opfer

dic./Februar 2011 – Die Zivilbevölkerung in zwei Unionsstaaten mit grossem christlichen Bevölkerungsanteil befürchtet, dass ihr Leben durch die Gefechte zwischen Aufständischen und der burmesischen Junta in Gefahr ist. Die Junta will mit allen Mitteln dem ganzen Land den buddhistischen Nationalismus aufzwingen, so dass die Gefechte zu einem Krieg zu eskalieren drohen. „Es ist wahrscheinlich, dass die Militärjunta jetzt, wo die Wahlen vorbei sind, eine Militäroffensive gegen bewaffnete Gruppen ethnischer Minderheiten durchführen wird“, meinte Nang Mya Naddy, der Koordinator für das ethnische Programm von Radio „Demokratische Stimme Burmas“. Die Christen befürchten, dass ein ausgewachsener Bürgerkrieg in Myanmar zu einer ethnischen Säuberung oder zu einer totalen Unterjochung von ethnischen Minderheiten führen wird.


Unabhängige Medienberichte deuten an, dass die Möglichkeit von schweren Zusammenstössen zwischen ethnischen Armeen und Regierungstruppen in den Unionsstaaten Karen und Kachin am grössten ist. Die Verfolgung von Christen in Myanmar ist Teil einer umfassenden Kampagne gegen ethnische Minderheitenstämme bei dem Versuch, eine uniforme Gesellschaft zu schaffen, in der die einzige akzeptierte Religion der Buddhismus ist. So berichtete es die britische Tageszeitung Telegraph und zitierte ein Regierungsmemorandum von 2007, das im Staat Karen zirkulierte und Anweisungen gab, wie man die Christen aus dem Staat vertreiben könne.


Myanmars ethnische Minderheiten, die in Unionsstaaten entlang der Grenzen zu Thailand, China und Indien leben, haben seit langem ihre Unabhängigkeit oder Autonomie gefordert. Es wird geschätzt, dass von den 1,2 Millionen Menschen in Kachin rund 1 Million Christen sind. Im Staat Karen schätzt man, dass etwa 40% der 3,5 Millionen Einwohner Christen sind. Die von einer Mehrheit von birmanischen Buddhisten dominierte Junta scheint aber auch einen Krieg im vorwiegend buddhistischen Staat Shan vorzubereiten.