Startseite > Projekte > Projektländer > Laos: Überwachungsstaat nach dem Vorbild Chinas

Überwachungsstaat nach dem Vorbild Chinas

September 2019 - Der Druck auf Christen in Laos nimmt zu. Der kommunistische Einparteienstaat vertieft die Beziehungen zu Vietnam, Nordkorea und China. Diese Länder sind Teil eines global tätigen antiwestlichen Blocks, der gegen die Religionsfreiheit ist.

Laos – An der Seite der Untergrundgemeinden

Ich bin Pastor in Laos. Seit 20 Jahren stehe ich in diesem Dienst für den Herrn. Ich arbeite auch mit der Untergrundkirche zusammen. Es passiert viel in den Kirchen in Laos. Wir sind mit ihnen verbunden.

Pastor David vom 27. Okt. bis 3. Nov. 2019 in der Schweiz

hmk. Die Annäherung von Laos an Vietnam, Nordkorea und China schreitet voran. So kündigten im Mai und Juni 2019 laotische Grenzschutztruppen ihre erste gemeinsame „Antiterror“-Übung mit Chinas Volksbefreiungsarmee an. Laos und Vietnam waren Gastgeber einer hochkarätigen Delegation von Nordkoreas höchster juristischen Instanz und die laotischen und chinesischen Medieninstitutionen erklärten, sie würden durch eine Zusammenarbeit mehr digitale Kanäle schaffen.
Wenn man dies vor dem Hintergrund des andauernden Konkurrenzkampfes zwischen den USA und China um den Einfluss in der strategisch äusserst wichtigen Region Südostasiens und des Südchinesischen Meeres sieht, scheint Laos von den USA und dem Westen abzudriften. Das ist für die Christen ein Grund zur Sorge.
Im April 2019 wurden drei Volontäre des christlichen US-Hilfswerks Vision Beyond Borders (Vision über die Grenzen hinaus) verhaftet und deportiert. Die Volontäre hatten sich um arme und verwaiste Kinder gekümmert sowie um Frauen, die von Menschenhändlern zur Prostitution gezwungen wurden. Ebenfalls im April verhaftete und verprügelte die Polizei einen Christen, einen gewissen Agoon, in der südlichen Provinz Savannakhet wegen seines christlichen Glaubens.

Eklatante Verstösse gegen Religionsfreiheit
Die Verfassung von Laos sichert zwar Religionsfreiheit zu, aber nur auf dem Papier und um den Handel mit dem Westen zu fördern und internationale Sanktionen zu vermeiden. Doch in den vergangenen zehn Jahren hat die kommunistische Regierung Gesetze verabschiedet und durchgesetzt, die eklatant gegen die Religionsfreiheit verstossen.
Erst kürzlich hat die Regierung ihr Dekret Nr. 238 über Vereine in Kraft gesetzt, das das Dekret Nr. 115 von 2009 ersetzt, damit sie willkürlich die Bildung von Vereinen – zu denen auch Kirchen gehören – einschränken oder verbieten kann, und die Möglichkeit hat, Vereine zu überprüfen und aufzulösen und gegen einzelne Mitglieder vorzugehen. Das Dekret kriminalisiert auch nicht registrierte Vereinigungen und enthält die Möglichkeit, ihre Mitglieder gerichtlich anzuklagen.
2016 erliess die laotische Regierung das Dekret Nr. 315 über das Management und den Schutz religiöser Aktivitäten, das das Dekret Nr. 92 ersetzte, welche die Religionen seit 2002 regulierte. Dieses neue Dekret enthält viele zusätzliche Einschränkungen bezüglich der  Registrierung religiöser Gruppen, der Ordinierung religiöser Leiter, religiöser Veranstaltungen, Annahme von Geld aus dem Ausland, Reisen ins Ausland oder Einladungen von Ausländern nach Laos.

Christentum als Bedrohung    
Weil zum christlichen Glauben auch Versammlungen wie Gottesdienste gehören, wird das Christentum von autoritären Regimen als potenzielle politische Bedrohung angesehen. Um der Bildung irgendeiner Vereinigung vorzubeugen, erlassen diktatorische Regime Gesetze, um eine strenge Kontrolle über religiöse Gruppen auszuüben, und fordern deren Registrierung. Eine Registrierung hat aber eine ständige Überwachung und Einmischung seitens der Regierung zur Folge, Unterlassung der Registrierung jedoch die „Illegalität“.

Ein tödlicher Mix
Da Laos das Land ist, das im Vietnamkrieg pro Kopf der Bevölkerung am meisten Bomben abbekommen hat, hat die Regierung leichtes Spiel, um antiamerikanische Gefühle zu wecken und das Christentum als pro-amerikanisch darzustellen. Die Ideologie der kommunistischen Regierung, die Einschränkungen bezüglich von Vereinen und das Abstempeln von Christen als amerikanische Agenten bilden zusammen einen tödlichen Mix, der es in diesem Land äusserst gefährlich macht, Christ zu sein oder als Christ aktiv zu werden. Die kommunistische Regierung benutzt die ganze administrative Maschinerie bis hinab zum Dorfältesten, um die Menschen daran zu hindern, Christ zu werden bzw. diejenigen zu bestrafen und zu vertreiben, die es wagen.
Und doch wächst die Kirche in Laos – langsam aber stetig – selbst unter strengsten Einschränkungen.

An der Seite verfolgter Christen in Laos

Als HMK stehen wir den Untergrundgemeinden in Laos bei. Über unsere laotischen Projektpartner stärken wir unsere unterdrückten Glaubensgeschwister:

Einheimische Gemeindeleiter werden geschult und erhalten eine fundierte biblische Ausbildung. Unterstützen Sie mit 350 Franken (290 Euro) die Ausbildung eines Gemeindeleiters für ein Jahr.

Gewaltopfer werden medizinisch versorgt. Mit 200 Franken (165 Euro) können Sie wesentlich zur Linderung der Not beitragen.

Familien, die wegen ihres christlichen Glaubens von der Dorfgemeinschaft ausgeschlossen und vertrieben wurden, erhalten eine neue Existenz (Grundstück, Landwirtschaft).

Kinder erhalten Schulbildung. Bereits mit 60 Franken (50 Euro) ermöglichen Sie einem Kind den Schulunterricht für ein Jahr.