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Kuba: Zu Gast bei kubanischen Glaubensgeschwistern

Fröhliches Beisammensein mit Irene in einem Casa Particular (Privatunterkunft) in Havanna.

hmk. / April 2016 - Silvan und seine Frau Eliane kombinierten ihren Urlaub auf Kuba mit einem guten Dienst für die kubanischen Christen. In ihrem Feriengepäck machten sie Platz für dringend benötigte Güter.

 

Silvan, wie war das, als ihr die Hilfsgüter in Kuba übergeben konntet?

Die Übergabe fand relativ unspektakulär, aber sehr herzlich im Haus der Pastorenfamilie statt. Wir brachten unter anderem Literatur, Kleidung, Handys und Medikamente mit, die auf Kuba Mangelware sind. Der Pastor ist für die Verteilung der Hilfsgüter zuständig und hat uns versichert, dass die Ware in gute Hände kommt. 

 

Eliane, ihr habt den Gottesdienst einer kubanischen Gemeinde besucht. Wie war das?

Der Saal war voll, alle waren herausgeputzt und horchten den Worten eines enthusiastischen Pastors. Nebst der Bibellehre wurde leidenschaftlich gesungen und getanzt. Bereits lange vor dem Gottesdienst kamen sie in die Kirche, gingen zwischen den Bänken auf die Knie und beteten, weinten. Wir spürten die Ernsthaftigkeit ihres Glaubens, weil sie inmitten ihrer Armut ganz auf Gott angewiesen sind. Während des Gottesdienstes waren die Sorgen dann wie weggewaschen – wir erlebten eine himmlische Atmosphäre.

 

Silvan, hattet ihr einen Kulturschock zu verdauen?

Nein, wir waren eher fasziniert. Die Zeit in Kuba scheint seit Jahrzehnten stehen geblieben zu sein. Es gibt kein Internet, ausser in Hotels gegen eine beachtliche Gebühr oder an seltenen Hotspots. Einkaufsläden, wie wir sie kennen, sucht man vergebens. In einem Laden neben unserem Hotel gab es zum Beispiel jede Menge Wasser, Rum und Pringles –  sonst nichts. Konsumgüter sind Mangelware. 

 

Eliane, was war euer eindrücklichstes Erlebnis? 

Die zwei Tage mit Irene. Sie betreut ein Casa Particular, das sind Privatunterkünfte bei Einheimischen, welche auch für ihre Gäste kochen. Ich habe Irene ein spanisches Lied vorgesungen („Yo tengo un amigo que me ama“) und sie war sehr berührt, weil sie das Lied kannte. Die Gemeinschaft mit ihr und auch das köstliche Essen haben wir sehr genossen. Auch wenn wir uns aufgrund unserer schlechten Spanischkenntnisse nicht immer verstanden, fühlten wir uns verbunden.

 

Silvan, würdet ihr dieses „Projekt“ anderen weiterempfehlen?

Auf jeden Fall! Durch das Überbringen der Hilfsgüter kamen wir in direkten und auch persönlichen Kontakt mit der kubanischen Bevölkerung. Wir haben ihre Kultur kennengelernt und einen Einblick in eine kubanische Gemeinde erhalten. Diese Reise hat uns eine neue Perspektive gegeben, was im Leben wirklich wichtig ist.

 

Eliane, an was denkt ihr als erstes, wenn ihr auf eure Kuba-Reise angesprochen werdet?

An den feuchtwarmen Wind, die klebrigen Arme und Beine, an die eleganten Oldtimer, die durch die Strassen der Stadt fahren, an heruntergekommene Bauten und an farbige Fassaden zwischen engen Gassen mit fröhlicher Live-Musik.

 

 

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