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Kuba: Wenn Gott seine Gemeinde dort baut, wo sie nicht existieren darf

Diese gespendete Gitarre aus der Schweiz dient in drei Hauskirchen als einziges Instrument für den Lobgesang während dem Gottesdienst.

In Kuba sind Hauskirchen illegal, und trotzdem werden sie regelmässig von Hunderttausenden Kubanerinnen und Kubanern besucht. Kuba stehen unsichere Zeiten bevor und man spekuliert, was kommen mag. Eines jedoch ist Tatsache: Das Interesse an Jesus Christus ist grösser denn je.

hmk/Mai 2015 - In Kuba scheint eine positive Entwicklung einzutreten. So sollen sich laut den Vereinbarungen mit den USA die Menschenrechte verbessern und die freie Versammlung von Menschen soll zugelassen werden. Im Gegenzug hat die USA versprochen, Kuba nicht mehr für Menschenrechtsverletzungen vor der UNO anzuklagen. Das wiederum scheint Kubas Regime zu veranlassen, wieder härter gegen christliche Leiter vorzugehen.

Vermeintliche „Lösung“ für illegale Hauskirchen
Die kubanischen Behörden versprechen den Hauskirchen, dass sie legal existieren dürfen, wenn sie für ihr Versammlungslokal dem Staat eine Miete bezahlen. Als Voraussetzung hierfür müssen sie allerdings die Eigentumsrechte dem Staat überschreiben. Gleichzeitig verbietet aber ein Gesetz, Gottesdienste in Gebäuden, die dem Staat gehören, abzuhalten. Das wissen nicht alle und jeder Pastor, der die angebotene „Lösung“ als vermeintliche Gebetserhörung ansieht und darauf eingeht, erlaubt dem Staat einerseits, dass er sich mit den Mieteinnahmen der Gläubigen bereichert. Andererseits kann der Staat das Gebäude jederzeit für sich beanspruchen, da es nun ihm gehört. Was als gute Lösung aussieht, entpuppt sich als Falle.

Desillusionierte Bevölkerung
Weil seit der Machtübergabe von Fidel an Raul Castro die Wirtschaft nicht dem chinesischen Vorbild gefolgt ist und wie von vielen erhofft liberalisiert wurde, haben viele Kubaner frustriert die letzte Hoffnung auf eine bessere Zukunft aufgegeben. Die Kriminalität hat zugenommen und neuen Möglichkeiten für private Einkünfte folgen sofort höhere bürokratische Auflagen, neue Restriktionen, hohe Steuern oder frische Verbote.

Die Behörden wollen die Scheinwährung „Peso convertible“ aufheben und den historischen Peso aufwerten. Als Folge befürchten viele eine zusätzliche Teuerung. Doch bereits jetzt ist der Überlebenskampf bei einem durchschnittlichen Monatseinkommen von rund 20 US-Dollar gross, ist es doch nach zwei Wochen bereits aufgebraucht. So entfernt sich eine grosse frustrierte Menschenmenge immer mehr von der ideologischen Linie der kommunistischen Hardliner. Die kubanische Gesellschaft steuert direkt auf eine Zerreissprobe zu. Die Christen beten, dass sich diese Spannung durch Gottes Hilfe friedlich entladen lässt.

Vom Kommunist zum Gemeindegründer
Pastor Miguel* erzählt der HMK: „Jahrelang war ich militantes Mitglieder der Kommunistischen Partei und versuchte, meine Mitmenschen für den kubanischen Sozialismus zu mobilisieren. Dann habe ich bei einem christlichen Grossanlass in meiner Stadt Jesus als meinen Erretter kennengelernt. Es war für mich nicht einfach, die Partei unbeschadet zu verlassen und Gott zu dienen. Denn wer sich von der Partei distanziert, weckt Misstrauen. Doch ich konnte meine Funktionen bei der Partei beenden und unbeschadet austreten, Gott sei Dank!

Bereits im Mai 2014 setzte mich mein Pastor als Gemeindegründer ein. In wenigen Tagen fanden 200 Menschen zum Glauben! Die Gemeinde wuchs, aber wir hatten noch keinen Ort, um uns zu versammeln, bis uns eines Tages ein Mann zu sich nach Hause einlud. Jesus hatte seine kleine Tochter von einer unheilbaren Krankheit geheilt. Seither investiert er sein Leben für Jesus und wir können uns in seiner Stube zum Gottesdienst versammeln. Er ist heute der leitende Pastor dieser Gemeinde.

Türen und Herzen offen
Weitere vier Hauskirchen entstanden in der Nähe. Eines Tages kam die Leiterin der Kommunistischen Partei vor Ort auf mich zu und sagte, dass sie Besuch eines ranghohen Funktionärs erwarte. Der Maler sei krank und nun könne das Dorf nicht schön dekoriert werden. Ich bin Maler und so bot ich ihr meine Unterstützung an. Der hohe Besuch kam und alle waren glücklich. An der Versammlung beschwerte sich dann jemand, dass die Malarbeiten von einem Christen gemacht worden seien. Sofort entgegnete ihm die Leiterin: ‚Du bist ein Alkoholiker, doch der Christ hat in der sengenden Sonne für uns gearbeitet. Ich empfehle dir, in seine Versammlung zu gehen, damit sich dein Leben ändert!‘ Ab diesem Tag öffneten uns die Menschen ihre Türen und Gott ihre Herzen.“

*Name aus Sicherheitsgründen geändert.

Bauen Sie die kubanische Gemeinde mit!

Die HMK unterstützt ihre kubanischen Projektpartner beim Erwerb von Liegenschaftstiteln, wodurch kubanische Christen einen Ort zum gemeinsamen Gottesdienst erhalten.

Seit 17 Jahren arbeiten wir als HMK mit einem kubanischen Netzwerk in Kuba, welches landesweit mit über 20 Denominationen kooperiert. Auch im letzten Jahr konnten wir 700 kubanische Missionare und ihre Familie durch eine monatliche Zuwendung für ihren vollzeitlichen Dienst freisetzen.

Diese Missionare rüsten wir nach Bedürfnis und Möglichkeit aus mit Velos, Bibeln, Kleidern und Gitarren und helfen ihnen beim Erwerb von Haustiteln, denn erst wenn der Missionar seine junge Gemeinde in „seiner“ Stube versammeln kann, ist die Gemeinde verwurzelt und kann durch die Behörden weniger leicht bekämpft werden. Auch beteiligen wir uns am Kauf oder bei der Renovation von Gemeindehäusern („Casa Culto“).

Dank einem Team von Rechtsanwälten konnten wir mittels Rechtshilfe im vergangenen Jahr in über 50 Fällen die Schliessung von Hauskirchen verhindern.

Einige Pastoren und ihre Familien sind wegen ihres jahrelangen Engagements und akuter Überbelastung dringend auf Ruhe und Erholung angewiesen. Wir verhelfen ihnen zu einer Auszeit.

Gehörlose Menschen werden in Kuba gesellschaftlich geächtet. Durch unsere Gehörlosenarbeit erlernen sie die Gebärdensprache und kommen mit kubanischen Christen in Kontakt, die sich um sie kümmern. Über 300 Gehörlose haben so eine neue Lebensperspektive erhalten.

Mit bereits 50 Franken (46 Euro) finanzieren Sie einem angehenden Pastor die theologische Ausbildung. Dürfen die kubanischen Hauskirchen auch auf Ihr finanzielles Mittragen zählen?

Projektvideo