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Kuba: Gottes Wirken

Gottesdienste werden in Kuba mit viel Freude und Hingabe gefeiert, trotz oder gerade wegen schwierigen Lebensumständen.

Das Interesse am Evangelium im seit Jahrzehnten kommunistisch regierten Kuba ist riesig! Als HMK unterstützen wir zahlreiche einheimische Gemeinden. Dazu gehören Schulungsseminare, Betreuung einheimischer christlicher Leiter und Pastoren sowie Rechtshilfe.

hmk./Dezember 2012 – Es scheint, dass der Kommunismus und die gegebenen Lebensumstände den Hunger nach Gott wecken. Denn immer mehr Menschen in Kuba sind offen gegenüber dem christlichen Glauben und haben Fragen. Ein kubanischer Pastor sagt: „Durch die derzeitige Situation in Kuba sind viele Menschen sehr offen für das Evangelium und wollen mehr von Jesus wissen.”

Lebensfreude trotz schwieriger Lebensumstände
Viele Kirchen in Kuba sind sehr gut besucht. Neben zahlreichen kleinen Gemeinden gibt es Gottesdienste, zu denen sich hunderte von Personen versammeln. Ein Augenzeuge berichtet: „Praktisch alle Gemeinden, die ich besuchte, waren voll, ja sogar übervoll. An einem Ort reichten die 400 Plätze einer Kirche bei weitem nicht aus: Gegen 10'000 Personen wollten am Gottesdienst teilnehmen. Die Gottesdienste sind inspirierend und vermitteln viel Lebensfreude und Hoffnung, trotz den schwierigen Lebenssituationen, in denen die meisten Menschen sind.” Für die einheimischen Christen sind solche Erlebnisse motivierend und geben neue Kraft für die zukünftige Arbeit. Diese können sie gut gebrauchen, denn Menschen, die in den Gottesdiensten angesprochen wurden und im Glauben weiter vorwärts gehen wollen, werden in die umliegenden Gemeinden integriert. Das ist eine enorme, aber schöne Aufgabe – wenn da nicht die Behörden wären.

Christenverfolgung ist Realität
Trotz dieser Aufbruchsstimmung ist es nicht unbedenklich, sich als christliche Gemeinde öffentlich oder im Privaten zu versammeln. Christenverfolgung ist zwar auf den ersten Blick nicht wahrnehmbar, aber dennoch Realität. Offiziell ist es nämlich nur denjenigen Kirchen erlaubt, öffentliche Gottesdienste abzuhalten, die es schon vor der Revolution in den 50er Jahren gegeben hat. Die Versammlungsfreiheit für Hausgemeinden hat die kommunistische Regierung seit 2006 durch gesetzliche Bestimmungen zunehmend eingeschränkt, nachdem sie diese in den 90er Jahren zuerst relativ grosszügig toleriert hatte. Durch das enorme Gemeindewachstum in den letzten Jahren sind aber christliche Gemeindeversammlungen zu einem Flächenbrand geworden, so dass sie auch von der kommunistischen Regierung nicht mehr aufzuhalten sind.Inzwischen bringen alleine die christlichen Hausversammlungen jährlich hunderte von Gemeindegründern hervor, die wiederum neue Hausgemeinden gründen. Genau diese Entwicklung versucht die kommunistische Regierung in Kuba zu verhindern, da sie Angst hat, dass sich die Christen dem Kommunismus nicht mehr verpflichtet fühlen. Das kommunistische System sieht sich nämlich offiziell als eine Volksbewegung, die die Interessen des Volkes vertritt, obwohl das Volk in Tat und Wahrheit unter der kommunistischen Herrschaft leidet und die Bevölkerung zunehmend das System hinterfragt. Es scheint also, dass das kommunistische System in Kuba ungewollt dazu beiträgt, dass viele Kubanerinnen und Kubaner am christlichen Glauben interessiert sind und zu Jesus Christus finden.

Die Armut in der Bevölkerung ist gross – die Aussicht auf Besserung gering.

Materielle Not trotz wirtschaftlichen Neuerungen
Kuba ist nach wie vor von der kommunistischen Philosophie und Atheismus geprägt. Das Durchschnittseinkommen eines Kubaners beträgt umgerechnet knapp 20 US-Dollar. Die Durchschnittsbevölkerung ist materiell sehr arm. Hinzu kommt, dass die Teuerung im Land stark zugenommen hat, was die finanzielle Lage vieler Kubanerinnen und Kubaner zusätzlich verschärft.

Obwohl Kuba kommunistisch regiert wird, gab es in letzter Zeit einige wirtschaftliche Veränderungen. Dies sicherlich auch deshalb, um der materiell sehr armen Bevölkerung in der wirtschaftlich schwierigen Zeit zu zeigen, dass die Regierung nicht tatenlos zusieht. Diese Massnahmen haben aber eher symbolischen Charakter. Beispielsweise wurde der Handel mit Immobilien vereinfacht oder private Geschäftsideen können realisiert werden. Diese Vorhaben werden aber derart stark mit Steuern, Abgaben und Kontrollen versehen, dass sie in finanzieller Hinsicht kaum interessant sind. Es reicht – wenn überhaupt – knapp zum Überleben. Auch alte Fabriken nehmen ihren Betrieb wieder auf (mit der Hilfe Venezuelas und für die „Lateinamerikanische Union”) und Strassen werden ausgebessert. Diese haben es bitternötig, denn sowohl die Beleuchtung als auch die Signalisierung sind in einem schlechten Zustand.

Engagement der HMK
Als HMK unterstützen wir einheimische Christen durch mehrere Hilfsprojekte.

Schulungsseminare
Die HMK unterstützt die Schulung einheimischer christlicher Leiter und Pastoren. Das Interesse ist enorm und die Teilnehmenden beleben mit ihrer engagierten Art den Unterricht. Da die Nachfrage so gross ist, wird die ursprünglich geplante Teilnehmerzahl oft überschritten. Bei einem Seminar rechnete man beispielsweise mit 50 Personen, aber es drängten immer mehr in den Seminarraum. Der Kurs startete dann mit 70 Personen!

Rechtshilfe
Oftmals werden Kirchen und christliche Versammlungsgebäude von den Behörden mit Verboten belegt und geschlossen. Durch Rechtshilfe können wir den betroffenen Gemeinden helfen, ihre durch die Verfassung garantierten Rechte durchzusetzen.

Gemeindebau
Die HMK unterstützt in ganz Kuba 700 Gemeindegründer, die sich mit grosser Hingabe investieren. Die Auswirkungen davon sind, dass sich Gemeinden rasant vermehren: In einer Region Kubas haben sich die Gemeinden innerhalb eines Jahres um ein Vielfaches vermehrt. Gott baut Sein Reich in einem – so meint man vielleicht – gottlosen Staat.

Betreuung und Seelsorge
Auch Pastoren und Gemeindegründer brauchen hin und wieder eine Auszeit und müssen zur Ruhe kommen. Wir als HMK unterstützen notfallmässige aber auch präventive Auszeiten. Dazu gehören Ruhezeiten, Retraiten und persönliche Gespräche, damit christliche Leiter ihren Dienst langfristig ausüben können.

Wollen Sie unsere Arbeit in Kuba unterstützen? Dann spenden Sie mit dem Vermerk „Kuba”.

Projektvideo