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Kuba: Behörden zerstören Kirche

Probleme mit den Behörden an die Öffentlichkeit zu tragen wird aus Sicht des kubanischen Staates als „konterrevolutionäre Propaganda“ ausgelegt und sanktioniert. (Symbolbild)

CSW/idea/ead. / Juli 2016 - Auf Kuba haben staatliche Behörden eine evangelische Kirche zerstören lassen. Dem Pastor drohten sie mit bis zu sieben Jahren Haft, sollte er deshalb an die Öffentlichkeit gehen.

Das berichtet die Menschenrechtsorganisation Christian Solidarity Worldwide (Christliche Solidarität Weltweit). Der Vorfall ereignete sich am 9. April 2016 in Las Tunas im Osten des Inselstaates. Wie der Pastor der Kirche, Mario Jorge Travieso, sagte, rückten gegen 4 Uhr morgens mehrere hundert Regierungsbeamte mit schwerem Gerät an. Damit hätten sie die Grundmauern der zur Apostolischen Bewegung gehörenden Kirche zerstört. Diese ist eine der grössten Zusammenschlüsse evangelischer Christen auf Kuba, die jedoch vom Staat nicht registriert und damit nicht offiziell anerkannt ist. Die Kirchenbänke seien ebenso beschlagnahmt worden wie ein Zementmischer, die Beleuchtung, Kabel und die technische Ausstattung des Gebäudes.

Pastor Travieso wurde vorübergehend inhaftiert: „Ich wurde behandelt wie ein gewöhnlicher Verbrecher.“ Weil derartige Vorfälle auf Kuba keine Einzelfälle seien, habe er sich entschieden, an die Öffentlichkeit zu gehen, so Travieso. Seit Jahresbeginn wurden in dem sozialistisch regierten Inselstaat bereits vier evangelische Kirchen dem Erdboden gleich gemacht.