Startseite > Projekte > Projektländer > Kambodscha: „Wir begleiten und prägen junge Erwachsene”

Kambodscha: „Wir begleiten und prägen junge Erwachsene”

hmk. September 2016 – Neben seiner Arbeit als Instruktor an der Polizei-Akademie leitet Bunnara ein Studentenwohnheim in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh.

Bunnara, warum leiten Sie neben Ihrer hauptberuflichen Tätigkeit noch ein Studentenwohnheim?
Als ich die Grundschule abgeschlossen hatte und in die Stadt kam, um an der Universität zu studieren, fand ich keine erschwingliche Unterkunft. Gott sei Dank traf ich einen Pastor, bei dem ich die nächsten fünf Jahre während meines Studiums wohnen konnte. Viele meiner Schulkollegen erhielten diese Möglichkeit nicht, konnten keine Ausbildung machen und verpassten den Einstieg ins Erwerbsleben. Deshalb habe ich es auf dem Herzen, jungen Erwachsenen diejenige Chance zu geben, die auch ich erhielt, damit sie etwas aus ihrem Leben machen können. Mit unserem Heim können wir ihnen während ihrer Ausbildung ein Zuhause bieten.

Warum ist es so schwierig, in der Hauptstadt Phnom Penh eine Unterkunft zu finden?
Es gibt bei weitem nicht genug Wohnmöglichkeiten für all die Studierenden, die aus dem ganzen Land nach Phnom Penh kommen. Die Mietpreise sind für die Leute vom Land unerschwinglich. In unserem Wohnheim haben die Studierenden genügend Platz und eine ruhige Atmosphäre zum Lernen. Wir verfügen über Schlaf-, Koch- und Essmöglichkeiten und Computer mit Internetzugang.

Es handelt sich um ein christlich geführtes Heim. Was bedeutet das?
Der religiöse Hintergrund einer Person ist kein Kriterium, ob wir jemanden aufnehmen oder nicht. Es geht uns um die Vermittlung christlicher Werte wie zum Beispiel Ehrlichkeit und Nächstenliebe. Wir als Leitungsteam sind Christen, und so bekommen die Studierenden automatisch mit, was es heisst, Christ zu sein. Aus eigener Erfahrung bin ich davon überzeugt, dass das wichtig ist im Leben, gerade auch was die berufliche Laufbahn angeht. Viele Jugendliche stehen in Gefahr, aufgrund von Alkohol, Drogen oder anderen Süchten auf Abwege zu geraten und sich ihre Zukunft zu zerstören. Ich bin dankbar, dass ich meinen Teil dazu beitragen darf, dass sich junge Menschen auf ihre Ausbildung konzentrieren können. Hier wird auch ihre Sozialkompetenz gefördert und wir helfen ihnen bei ihrem Zeitmanagement. Viele, die während ihres Studiums bei uns gewohnt haben, stehen heute in verantwortungsvollen Positionen in Wirtschaft und Verwaltung.

Davon dürften auch die Verwandten profitieren?
Genau. Die meisten unserer Studierenden kommen von weit her und stammen aus armen Verhältnissen. Sobald sie nach dem Studium ihr Geld verdienen, fliesst ein Teil davon zurück zu ihren Familien. Auf diese Weise entrinnen Menschen der Armutsspirale und erhalten eine neue Lebensperspektive. Ihre eigenen Kinder dürfen einer besseren Zukunft entgegen schauen.

Betreute Unterkunft

Die betreute Unterkunft im Studentenwohnheim in Phnom Penh kostet für eine Person 50 Franken (45 Euro) im Monat. Mit Ihrer Unterstützung tragen Sie dazu bei, dass junge Menschen in Kambodscha eine Zukunft in Würde erhalten und ihr Umfeld positiv verändern.

Bunnara leitet das Studentnewohnheim in Phnom Penh. Dort erhalten junge Menschen während ihres Studiums ein Zuhause. Foto: © HMK