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Kambodscha: Spielplatz statt Mülldeponie

Die 7-jährige Mom ist eines von zurzeit 56 Kindern im Zentrum „Joy of Cambodia“ („Freude von Kambodscha“). Foto: © HMK

hmk./Juli 2015 - Im Zentrum „Joy of Cambodia” („Freude von Kambodscha“) erhalten Slumkinder warme Mahlzeiten und werden schulisch unterstützt. Charia und ihr Mann Thearith gründeten das Zentrum vor sieben Jahren.

HMK: Charia, um welche Kinder kümmern Sie sich?
Charia: Um die Ärmsten der Armen in den Slums von Phnom Penh. Viele der Eltern suchen nach wiederverwertbaren Gegenständen auf der Mülldeponie. Unsere Ressourcen sind begrenzt, deshalb setzen wir den Fokus auf diejenigen, die ohne unsere Hilfe wohl nicht überleben würden.

Was bieten Sie den Kindern?

Zurzeit kümmern wir uns um 56 Kinder im Alter von vier bis 14 Jahren. Die kleineren Kinder bereiten wir auf die Schule vor und die älteren werden schulisch unterstützt, zum Beispiel durch Aufgabenhilfe. Sie erhalten Schulkleidung, Schulmaterial und warme, vitaminreiche Mahlzeiten. Bei uns geniessen sie eine unbeschwerte Zeit, sei es beim Spielen, Singen oder indem wir einfach für sie da sind. Wir begegnen ihnen mit der Liebe von Jesus Christus und das verändert ihr Denken und Handeln.

Inwiefern verändert sich das Verhalten der Kinder?
Da kommt mir die 7-jährige Mom in den Sinn. Eines Tages sagte sie zu ihrer Mutter: „Ich bin traurig, weil ihr euch jeden Tag streitet und euch schlagt.“ Die Mutter antwortete: „Was kann ich denn tun? Ich arbeite den ganzen Tag, schaue alleine zu euch Kindern und wenn euer Vater am Abend nachhause kommt, schlägt er mich. Da muss ich mich doch wehren.“ Mom wiederum: „Warum betest du nicht zu Jesus? Er kann dich ruhig machen, wenn Vater nach Hause kommt.“ Mom betete anschliessend für ihre Mutter, dass sie doch ruhig und besonnen sein möge. Das war dann tatsächlich der Fall und hatte zur Folge, dass auch der Vater sein Verhalten änderte und er heute nicht mehr betrunken nach Hause kommt. Die Mutter selbst sagte mir: „Das muss Gott gewesen sein, der mir diese Ruhe in mein Herz gelegt hat und unser Leben veränderte. Das war möglich durch unsere Tochter, die bei euch ein und aus geht, ich danke euch.“

Es scheint, als hätten Sie einen guten Draht zu den Eltern?
Ja, die Meinung und Rückmeldungen der Eltern sind uns sehr wichtig. Deshalb suchen wir von Anfang an das Gespräch mit ihnen.

Wie gehen Sie vor, wenn ein Kind krank wird?
Kleine Verletzungen können wir direkt bei uns behandeln. Wenn es etwas Ernsthaftes ist, fahren wir die Kinder direkt ins Spital. Kürzlich erschien ein Junge nicht mehr bei uns und wir schauten bei ihm zuhause vorbei. Er hatte sich die Füsse verbrannt und so kümmerten wir uns um ihn. Oder wir haben einer Mutter Milch für ihr Baby gegeben, da es sonst nicht überlebt hätte. Wir fanden dann jemanden, der die Milch sechs Monate lang finanzierte. Gott ist mit uns, das spüren wir jeden Tag neu.•

Mit 50 Franken (47 Euro) pro Monat können Sie die Gesamtkosten für ein Kind im Zentrum „Joy of Cambodia“ übernehmen.

Die Slumkinder von Phnom Penh

„Zerlumpt und barfuss suchten die Slumkinder den Müllberg ab, der übersät war mit zersplitterten Glasflaschen. Manchmal assen sie von den Essensresten am Boden, um ihre leeren, aufgeblähten Bäuche zu füllen“, erinnert sich Charia. Deshalb gründete sie gemeinsam mit ihrem Mann das Zentrum „Joy of Cambodia“ („Freude von Kambodscha“). Heute erhalten dort 70 Slumkinder regelmässig warme Mahlzeiten, medizinische Versorgung und Bildung.