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Iran: Ringen um Yousef Nadarkhani

Yousef Nadarkhani zusammen mit seiner Familie vor seiner Verhaftung.

mec./Januar 2012 – Inzwischen hat es Bewegung im Falle Pastor Yousef Nadarkhanis gegeben, dessen Todesurteil wegen Apostasie, d. h. Abfall vom Islam, Ende September 2011 vor Gericht bestätigt worden war.
Erstens ist sein Anwalt benachrichtigt worden, dass der Fall an Irans Obersten Führer, Ayatollah Ali Khamenei, weitergeleitet wurde. Zweitens hat das Oberste Gericht am 11. Oktober 2011 verkündet, dass es bereit sei, eine weitere Berufung zu behandeln. Das sind ungewöhnliche Entwicklungen in Irans Rechtssystem und sie werden wahrscheinlich dazu führen, dass die Veröffentlichung einer schriftlichen Urteilsbegründung nach der jüngsten Verhandlung noch weiter hinausgezögert wird. Diese Entwicklung kann mit Vorsicht als positiv gedeutet werden.


Es gibt weiterhin viele Ungewissheiten in diesem Fall. Die iranischen Behörden haben wiederholt angedeutet, dass das Todesurteil in dieser Angelegenheit noch nicht definitiv sei. Dies trotz der Tatsache, dass schriftliche Urteile, die im September 2010 vom Revolutionstribunal der Provinz Gilan und im Juli 2011 vom Obersten Gerichtshof gefällt wurden, explizit erklärten, dass auf den erwiesenen Tatbestand Apostasie die Todesstrafe stehe. Im Juli 2011 hatte das Oberste Gericht ebenfalls angeordnet, dass das ursprüngliche Tribunal klären solle, ob Yousef als gebürtiger Moslem jemals als Erwachsener auch ein praktizierender Moslem gewesen sei oder nicht. Ausserdem solle es ihm eine weitere Gelegenheit geben, seinen Glauben an Jesus zu widerrufen. Dies hat Yousef in den Verhandlungen im September 2011 abgelehnt.