Startseite > Projekte > Projektländer > Iran: Pastor verhaftet, Kirche geschlossen

Iran: Pastor verhaftet, Kirche geschlossen

mst./August 2013 – Robert Asserian wurde am 21. Mai 2013 während einer Gebetsversammlung in seiner Zentralkirche der Assemblies of God verhaftet. Zuvor waren Beamte in sein Haus eingedrungen und hatten seinen Computer, Bücher und andere Dinge konfisziert. Agenten der Revolutionsgarden erschienen am folgenden Tag und erklärten, dass die Kirche bis auf weiteres geschlossen sei. In dieser Kirche wurden die Gottesdienste in der Landessprache Farsi gehalten, und die Regierung hat grosse Angst davor, dass Farsi sprechende Muslime daran teilnehmen und konvertieren könnten. Pastor Asserian wird ohne formelle Anklage an einem unbekannten Ort festgehalten. Wie weiter berichtet wird, haben die Behörden Gemeindeleitern mit Gefängnis, Entführung und Tod gedroht.

Im Visier der Behörden
Asserian ist seit über 25 Jahren im Leitungsteam seiner Gemeinde in Teheran und war schon öfter im Visier der Behörden. 2003 war er einer der 12 iranischen Pastoren, die während einer Leiterschaftskonferenz verhaftet wurden. Um wieder frei zu kommen, zwang man sie zu erklären, sie würden nicht mehr evangelisieren oder neue Gläubige in ihre Gemeinden aufnehmen. Seit 2003 werden die Gemeinden zunehmend überwacht und bedrängt. Daher fingen die meisten iranischen Christen an, sich stattdessen in Privathäusern zu versammeln.

Asserians Kirche gehörte zu den wenigen, die die Gottesdienste noch auf Farsi hielten. Die Regierung will unbedingt verhindern, dass auch iranische Muslime angesprochen werden. Vor allem Farsi-Gottesdienste am Sonntag wurden eingeschränkt und die Gottesdienste am Freitag - dem Tag, an dem die meisten Iraner frei haben - mussten eingestellt werden. Die Behörden hatten Asserian befohlen, die Gottesdienste nur noch auf Armenisch zu halten. Ihr Vorgehen zielte ganz klar darauf hin, die Kirche zu lähmen. Nun wurde sie ganz geschlossen.