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Iran: Hickhack im Fall Maryam Naghash Zargaran

Maryam Naghash Zargaran erhielt wegen ihres prekären Gesundheitszustands bereits zwei Mal Hafturlaub, musste aber beide Male wieder ins Evin-Gefängnis zurückkehren. Quelle: Facebook Free Maryam Naghash-Zargaran - Nasim

Ende August 2016 wurde Maryam Naghash Zargaran erneut ein Hafturlaub aufgrund ihrer schlechten gesundheitlichen Verfassung erlaubt. Doch Mitte September 2016 musste sie bereits wieder in den Frauentrakt des Evin-Gefängnisses in Teheran zurückkehren.

mec./ Dezember 2016 - Die iranische Christin Maryam Naghash Zargaran befindet sich seit über drei Jahren im Evin-Gefängnis in Teheran (HMK berichtete in den verfolgt-Ausgaben Mai 2015 und September 2016). Die ehemalige Muslimin sitzt im Gefängnis, weil sie sich in einer Hauskirchenbewegung im Iran engagiert hat. Am 15. Januar 2013 wurde sie verhaftet. Das Gericht verurteilte sie wegen „Propaganda gegen das islamische Regime und Untergrabung der nationalen Sicherheit“ zu vier Jahren Gefängnis. Seit dem 15. Juli 2013 befindet sie sich im Frauentrakt des berüchtigten Evin-Gefängnisses. Ihr Antrag auf eine Wiederaufnahme des Prozesses wurde abgelehnt.

Erneuter Hafturlaub, erneute Rückkehr ins Evin-Gefängnis
Am 28. August 2016 konnte Maryam Naghash Zargaran das Gefängnis erneut verlassen, um sich medizinisch behandeln zu lassen. Doch am 17. September 2016 musste sie ihre Haft wieder antreten. Leider konnte sie während ihres Hafturlaubs nur unzureichend behandelt werden. Dies war der zweite Hafturlaub aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustands. Bereits am 6. Juni 2016 hatte sie das Gefängnis zwecks medizinischer Behandlung verlassen können, wurde aber dann am 27. Juni 2016 wieder eingesperrt.

Prekärer Gesundheitszustand
Am 5. Juli 2016 begann Maryam Naghash Zargaran aufgrund der fehlenden medizinischen Behandlung wieder mit einem Hungerstreik, wie sie das schon im Mai 2016 getan hatte, um ihre sofortige und bedingungslose Freilassung zu erwirken. Beamte des Gefängnisses untersuchten sie am 20. Juli 2016 und bestätigten in einem medizinischen Bericht ihren schlechten Gesundheitszustand. Ihr Antrag auf Freilassung wurde von einem iranischen Gericht Ende Juli 2016 abgelehnt, und zwar auf Druck des iranischen Ministeriums für Staatssicherheit (MOIS). Es ging Maryam Naghash Zargaran zusehends schlechter. Anfang August 2016 beendete sie auf Bitten ihrer Familie den Hungerstreik.

Maryam Naghash Zargaran ist Diabetikerin. Sie hat einen sehr niedrigen Blutdruck und leidet unter Herzproblemen. Ihre Füsse sind taub, sie hat Ohren- und Kopfschmerzen sowie Depressionen aufgrund ihrer Gefangenschaft. Im Gefängnis wurde ihr eine medizinische Behandlung stets verweigert.