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Iran: Antichristliche Reden führen zu scharfem Vorgehen

dic./April 2011 – Zwischen August und Oktober 2010 wurden im Iran von religiösen und politischen Führern Reden gehalten, in denen die Existenz von Hausgemeinden eingeräumt wurde und diese als Bedrohung für den Staat gegeisselt wurden. Nach Aussage von Analysten haben diese Reden ein scharfes Vorgehen des Iran gegen Christen in den letzten Monaten ausgelöst. Um Weihnachten wurden die ersten Christen verhaftet und in den ersten Wochen des Jahres kamen mehr als 70 weitere Christen ins Gefängnis. Ende Januar wurden 7 Christen z. T. gegen hohe Kautionen entlassen, nachdem sie einen Monat in Einzelhaft verbracht hatten. 26 der an Weihnachten verhafteten Christen sind noch im Gefängnis. Man sagt, dass die Anzahl der seit Weihnachten verhafteten Christen 120 betragen könnte. Obgleich die Behörden die meisten Christen nach Verhören wieder frei liessen, sind viele von ihnen noch im Gefängnis, vor allem Leiter von Hausgruppen. Viele der Freigelassenen mussten Erklärungen unterschreiben, in denen sie versprachen, keine christlichen Versammlungen mehr zu besuchen.


Die iranischen Führer haben die christlichen Hausgemeinden als Werk des „Feindes“ bezeichnet. Am 19. Oktober 2010 hatte Grossajatollah Ali Khamenei in Qom, dem religiösen Zentrum Irans, gesagt, dass die Feinde Irans die religiösen und sozialen Werte des Landes durch die Verbreitung des Bahaismus und durch ein Netzwerk von christlichen Hauskirchen erschüttern wollten. Die Rede Khameneis war die fünfte offizielle Erklärung seitens eines iranischen Führers innerhalb von drei Monaten, in der iranische Christen verurteilt wurden. „Diese öffentlichen Erklärungen zeigen, dass die Regierung die Existenz der Kirche zugibt und sie als Bedrohung betrachtet“, meinte ein Analyst aus der Region, der anonym bleiben möchte. „Es ist auffallend, dass sie jetzt darüber öffentlich gesprochen haben, wie sie es nie zuvor taten.“ Aber die Christen im Gefängnis brauchen unsere Gebete in diesen schwierigen Zeiten.