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Iran: Androhung von Strafverfolgung bleibt

dic./Mai 2011 – Die iranischen Behörden haben etwa die Hälfte der Christen freigelassen, die wegen ihres Glaubens im ganzen Land zwischen Dezember 2010 und Januar 2011 verhaftet wurden, sowie eine seit Juni in Shiraz im Gefängnis sitzende Person. Im Dezember und Januar waren bis zu 120 Gläubige in Haft, nachdem iranische religiöse und politische Persönlichkeiten die Existenz von Hausgemeinden zugegeben und sie als Bedrohung für den Staat bezeichnet hatten. Man schätzt, dass mindestens 62 der Verhafteten wieder freigelassen wurden - einige gegen Kaution. Eine typische Kaution im Iran kann sich zwischen ein paar tausend Schweizer Franken und dem Besitztitel eines Hauses bewegen. Die genaue Zahl und die Lage derer, die im Gefängnis bleiben, ist unbekannt.

 

Am 23. Februar sollen iranische Behörden weitere 45 Christen in verschiedenen Städten für eine Nacht festgehalten haben, anscheinend als Teil einer Einschüchterungspolitik gegenüber Nichtmoslems. Am 15. Februar wurde Pastor Behrouz Sadegh-Khandjani, der seit Mitte Juni in Haft war, freigelassen. Wie es heisst, musste seine Familie eine hohe Kaution für seine Freilassung bezahlen. Einer von denen, die noch im Gefängnis sind, ist Pastor Yousef Nadarkhani in Rasht, dem am 13. November 2010 das Todesurteil wegen Apostasie ausgehändigt wurde. Sein Anwalt hat am Obersten Gerichtshof Einspruch erhoben und Nadarkhani wartet auf einen Termin für den Prozess. Nadarkhani wurde im Oktober 2009 verhaftet und befindet sich im Lakan-Gefängnis. Er ist verheiratet und hat zwei kleine Kinder. Wie berichtet wird, haben die Beamten ihn grob behandelt, sowohl physisch als auch mental. „Sie sagten ihm, er sei Christ und daher dreckig. Er dürfe keinen Kontakt mit anderen haben“, sagte eine Quelle, die anonym bleiben möchte. „Er hat viel gelitten, wurde geschlagen und hatte schlechte Bedingungen.“