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Iran: Abedini schwört seinem Glauben nicht ab

Pastor Abedini wurde im Januar 2013 zu acht Jahren Gefängnis verurteilt.

mst/idea/November 2013 – Pastor Abedini, der die iranische und die US-amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, wurde am 27. Januar in Teheran wegen „Gründung von Hauskirchen, die die nationale Sicherheit untergraben“, zu acht Jahren Haft verurteilt (HMK berichtete in der «verfolgt»-Ausgabe vom April 2013). Seine in den Vereinigten Staaten lebende Ehefrau sagte nun dem Online-Portal Christian Post zufolge, seine Standhaftigkeit übe eine grosse Anziehungskraft auf Mitgefangene aus. Die Gefängniswärter hätten ihn mehrfach – auch unter Folter – aufgefordert, seinem Glauben abzuschwören. Doch weder die mangelnde medizinische Versorgung, noch Drohungen, Isolationshaft und Folter zeigten die erwünschte Wirkung.
Der Fall sorgt inzwischen international für grosse Empörung. Der neue iranische Präsident Rohani, der seit Anfang August 2013 im Amt ist, lässt Pastor Abedini und viele weitere in Haft sitzende Christen im Land hoffen.

Brief an Präsident Rohani
Am 24. September 2013 sprach Präsident Rohani vor der UN-Vollversammlung in New York. Am Tag zuvor erhielt Rohani einen Brief von Pastor Abedini, übergeben von seiner Frau Naghmeh Abedini. Im Eingangsbereich eines New Yorker Hotels übergab sie der Delegation von Präsident Rohani den Brief, in dem Abedini um seine Freilassung bittet:
“Meine Frau, meine Kinder und über eine Milliarde Christen auf dieser Welt sehnen sich nach Gottes Gerechtigkeit und nach Ihrer Rücksicht in dieser Sache. Bitte handeln Sie sofort und lassen Sie mich und viele andere Menschen nicht Opfer von Extremisten werden, die den Iran in einen Strudel von Krisen verwandelt haben. Berücksichtigen Sie die Tatsache, dass ich in den Iran gekommen bin, um mich um Waisenkinder zu kümmern. Bitte lassen Sie meine Kinder nicht Waisenkinder werden. Und bitte lassen Sie meine Frau nicht ohne ihren Beschützer sein.”


Ein Mitglied der Delegation Rohanis, das den Brief in Empfang nahm, versicherte Frau Abedini, dass Rohani den Brief erhalten wird. In einem späteren CNN-Interview mit Rohani kommentierte dieser den Fall Abedinis nicht und sagte nur, dass er der iranischen Rechtsordnung und der iranischen Rechtssprechung nicht zuwiderhandeln könne. Wie müssen wohl diese Worte in den Ohren all derjenigen klingen, die aus denselben Gründen wie Abedini in Haft sitzen?