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Irak/Syrien: IS-Dschihadisten verüben barbarische Gräueltaten

Orientalische Christen werden bewusst aus dem Nahen Osten vertrieben. Einige Regionen im Irak/Syrien sind bereits „christenfrei”.

Terror ohne Ende: IS führt öffentliche Hinrichtungen und Kreuzigungen durch. Zudem haben sie einen islamischen Staat – ein Kalifat – ausgerufen.

 

NZZ, sda, Die Presse, BaZ/September 2014 – Die Terrorgruppe Islamischer Staat im Irak und in der Levante/Gross-Syrien (ISIS), neu auch nur noch der Islamische Staat (IS) genannt, hat in der Nähe der nordsyrischen Metropole Aleppo acht Männer öffentlich hingerichtet und gekreuzigt. Das berichtete die oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am 29. Juni 2014.

Die Opfer seien im Ort Deir Hafir getötet worden, weil sie für andere Rebellengruppen gekämpft haben sollen. Die Leichen der Männer wurden auf einem zentralen Platz gekreuzigt und sollten dort drei Tage bleiben.

Kalifat ausgerufen
IS-Kämpfer kontrollieren mehrere Regionen in Syrien und sind auch im Irak auf dem Vormarsch. Nun haben sie einen islamischen Staat in von ihnen kontrollierten Gebieten im Irak und Syrien ausgerufen. Der IS-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi sei der Kalif des Staates, teilte der Sprecher Abu Mohammed al-Adnani in einer Audiobotschaft im Internet mit. Er rief alle Menschen in dem sogenannten Kalifat auf, al-Baghdadi Treue zu schwören.

Extremistische Kräfte in der Region haben lange davon geträumt, ein neues Kalifat zu gründen und damit an eine Jahrhunderte alte Geschichte islamischer Vorherrschaft im Nahen Osten anzuknüpfen.

Wiege der Christenheit blutet
Aus Mosul erreichen uns schreckliche Nachrichten:

  • In der seit einigen Wochen von IS-Dschihadisten beherrschten nordirakischen Stadt Mosul (Hochburg der frühen Christenheit und Zentrum der ehemals christlichen Ninive-Provinz) dürfen Frauen nur noch schwarz verschleiert ihr Zuhause verlassen, und dies nur in männlicher Begleitung.
  • Alle Kreuze wurden von den Kirchen demontiert.
  • Zwangsverheiratung an Islamisten: Häuser und Wohnungen von Christen werden gestürmt, junge Frauen werden von den Dschihadisten als Kriegsbeute missbraucht. Wer kann, der flüchtet.
  • Am 18. Juli 2014 verkündeten die Dschihadisten ein Ultimatum, das Christen drei Möglichkeiten eröffnet: Moslem werden, eine Sondersteuer zahlen oder umgebracht werden.
  • Die Islamisten markierten Häuser von Christen mit „N” für Nassarah. Dies ist der im Koran verwendete Begriff für Christen.
  • Tausende Christen sind seither panikartig aus Mosul geflohen.
  • UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon nennt die Taten «Verbrechen gegen die Menschlichkeit».
  • Die IS-Dschihadisten befinden sich vor den Toren Bagdads.
  • Der HMK-Entwicklungshelfer Zayid* ist kürzlich in Bagdad nur mit Mühe und Not einer Zwangsrekrutierung durch die Schiiten (irakische Armee) entkommen.


*Name aus Sicherheitsgründen geändert.

HMK-Hilfsprojekte im Irak und in Syrien

Die lokalen HMK-Partner leisten in Syrien und im Irak Nothilfe für 25‘000 traumatisierte Flüchtlinge, Waisen und Witwen. Mit 90 Franken (70 Euro) ermöglichen Sie einer ganzen Familie einen Monat die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Medikamenten. Wenn Sie diese Hilfe unterstützen wollen, lassen Sie uns bitte Ihre Spende zukommen.