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Irak: Die „Engel von Bagdad”

Flüchtlingsfamilien am Rande Bagdads, die dank der Hilfe von Zayid und seinem Team überleben.

Seit dem Sturz Saddam Husseins im Jahr 2003 herrschen im Irak Chaos und Terror. Zayid und sein Team leisten Nothilfe und sind ein leuchtendes Beispiel für die Liebe Gottes.

 

hmk./Januar 2014 – Der Irak kommt nicht zur Ruhe. Rivalisierende islamistische Gruppen, Sunniten und Schiiten bekriegen sich seit Jahren. Fast täglich gibt es Bombenanschläge und terroristische Übergriffe an zahlreichen Kontrollposten. Besonders gefährdet sind die einheimischen Christen, die als religiöse Minderheit fundamental in ihrer Existenz bedroht sind.

 

Aus dem Auto gezerrt
Zayid* erzählt: „Ich war mit vier Krankenschwestern und drei Ärzten mit dem Auto unterwegs zu einem der Slums nördlich von Bagdad, um den Armen Hilfe zu bringen. An einem Kontrollposten wurden wir plötzlich von bewaffneten sunnitischen Islamisten aus dem Auto gezerrt. Der Anführer fragte mich, ob ich sunnitischer Muslim sei. Ich antwortete: «Ich bin aus Kurdistan.» (die autonome und mehrheitlich von sunnitischen Kurden bevölkerte Region im Norden Iraks, Anmerkung HMK). Er blätterte in meinem Pass, der meinen Wohnort Kurdistan bestätigt. Gott sei Dank, dass er den Eintrag «Christ» auf der nächsten Seite nicht gesehen hat.


Personen im Auto vor uns wurden ebenfalls befragt, welcher Religion sie angehören. Sie beteuerten, dass sie Sunniten seien. Das mussten sie mit einem rituellen Gebet beweisen und sie machten dabei einen kleinen Fehler, da Schiiten anders beten als Sunniten. Die Islamisten schrien: «Ihr seid Lügner, ungläubige Schiiten! Allahu akbar (Allah ist grösser), Tod den Ungläubigen!» Die Männer wurden vor meinen Augen mit mehreren Kopfschüssen hingerichtet. Wir standen Todesängste aus, doch dann wurde der Anführer benachrichtigt, dass sich Soldaten nähern, und die Islamisten rannten davon.”


Nothilfe in der „Hölle von Bagdad”
Der 24-jährige Iraker Zayid* und seine Mutter sind unsere Projektpartner im Irak. Sie leiten das HMK-Hilfsprojekt am Rande Bagdads, über das mehr als 4'000 notleidende Waisen, Witwen und traumatisierte Flüchtlingsfamilien regelmässig mit Nahrungsmitteln, Wasser, Kleidung und dringender medizinischer Hilfe versorgt werden. Zayid und sein Team werden von den Flüchtlingen auch „Engel von Bagdad” genannt. „Ohne diese Christen gäbe es hier keine Hoffnung!”, sagen sie. Inmitten der „Hölle von Bagdad” sind unsere Partner ein leuchtendes Beispiel für die Liebe Gottes.

Auch im Jahr 2014 wird die HMK die humanitäre Hilfe im Flüchtlingselend Iraks fortführen. Helfen Sie uns dabei?  Bereits mit 90 Franken (70 Euro) können Sie eine Familie einen Monat lang mit dem Lebensnotwendigen unterstützen. Die Notleidenden sind Ihnen von Herzen dankbar.

*Name aus Sicherheitsgründen geändert.