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Indonesien: Nach zwei Monaten Haft aus Gefängnis entlassen

Ribur wurde von einem muslimischen Mob zusammengeschlagen und von den Behörden verhaftet. Nun ist sie in Sicherheit und erholt sich.

Ribur wurde Ende Mai 2012 in Banda Aceh verhaftet, weil sie von ihren Erlebnissen mit Jesus Christus erzählte. Nun wurde sie aus der Haft entlassen und erholt sich. Ein HMK-Mitarbeiter hat sie getroffen und mit ihr gesprochen.

hmk./Dezember 2012 – Die 31-jährige Ribur wurde Ende Mai 2012 in Banda Aceh (Hauptstadt der Provinz Aceh, Indonesien) von einem muslimischen Mob zusammengeschlagen und anschliessend von der indonesischen Polizei für 60 Tage ins Gefängnis gesperrt. Der Grund dafür: Sie erzählte ihren Mitmenschen, wie sie zum Glauben an Jesus Christus gefunden hat und sprach über ihre persönlichen Erlebnisse. Schwer verletzt wurde sie von der indonesischen Polizei eingesperrt, obwohl dafür weder ein Haftbefehl noch ein Gerichtsentscheid vorlag.


Ribur in Sicherheit
Seit ihrer Entlassung aus dem Gefängnis erholt sich Ribur an einem sicheren Ort und wird medizinisch versorgt. Dort erzählte sie einem Mitarbeiter der HMK: „Ich habe mir nichts zuschulden kommen lassen. Ich erzähle nur, was ich persönlich mit Jesus erlebt habe und tagtäglich erlebe. Das habe ich auch in Banda Aceh getan. Nach meiner Verhaftung warfen mir Religionsvertreter – auch christliche – vor, ich hätte nur Menschen ansprechen dürfen, die noch keine Religion haben. Aus der Bibel weiss ich jedoch, dass Jesus selbst sich viel an religiöse Menschen gewandt hat. Im Gefängnis, während der zahlreichen Verhöre, hat mir mein Herr gute Gespräche mit den Gefängniswärtern, Polizisten und Mitgefangenen geschenkt. Sie fragten mich nämlich, was ich den Menschen erzählt habe. Dies teilte ich ihnen gerne mit.”

Scharia in Aceh
Ribur hatte vor ihrer Zeit in Banda Aceh eine Bibelschule des HMK-Partners in Indonesien besucht. Anschliessend zog sie nach Banda Aceh und lebte dort zwei Jahre lang, bis es zu dem erwähnten äusserst brutalen Vorfall kam. Aceh, eine indonesische Provinz im Nordwesten des Landes, kämpfte seit Jahren für seine Unabhängigkeit von Indonesien. Bis im Jahr 2005 herrschten deshalb bürgerkriegsähnliche Zustände in dieser Region. Nach dem Tsunami einigten sich die indonesische Regierung und die Behörden von Aceh darauf, dass Aceh zukünftig weitgehende Autonomie gewährt wird. Dies hatte bedeutende gesellschaftliche und rechtliche Auswirkungen: Seit einigen Jahren gilt in Aceh offiziell die islamische Rechtsordnung (Scharia). Islamische Sittenwächter sind allgegenwärtig und nicht muslimische religiöse Minderheiten werden massiv diskriminiert. Menschenrechte und Religionsfreiheit werden mit Füssen getreten. Wer sich nicht regelkonform verhält, gerät in grosse Schwierigkeiten.