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Indonesien: Kirchgemeinde unter Druck

dic./Januar 2011 – Eine Gemeinde in der Provinz Banten, die seit über zwei Jahren mit Moslemgruppen Konflikte hatte, wurde anlässlich einer Schlichtungsverhandlung am 7. Oktober gezwungen, mit Versammlungen aufzuhören. Man hatte sich getroffen, um den Schikanen und Drohungen seitens der Moslems ein Ende zu setzen. Die Sepatan Baptist Christian Church im Dorf Pisangan Jaya gab nach und erklärte sich bereit, sich nicht länger im Haus von Pastor Bedali Hulu zum Gottesdienst zu versammeln, sondern statt dessen in den Gebäuden zweier anderer Kirchen. Als Gegenleistung dafür erklärten sich die Regierungsbeamten bereit, eine temporäre Genehmigung zum Gottesdienst auszustellen, die wahrscheinlich den Vorwand für islamische Proteste gegen die Kirche entfernen würde, doch sie weigerten sich, einen Termin dafür festzusetzen.

 

Pastor Hulu sagte, er habe sich gezwungen gefühlt, die Bedingungen der Offiziellen und der islamischen Gruppen anzunehmen, die durch das Communication Forum for Religious Harmony der Stadt Tangerang vertreten wurden. Die Übereinkunft bestimmt, dass die Gemeinde temporär in den am nächsten gelegenen Kirchgebäuden ihren Gottesdienst halten soll, die 7 km von ihrem Ort in Kedaung sind und den Assemblies of God und der Pfingstkirche gehören. Doch diese Gebäude sind während der üblichen Gottesdienstzeit von Pastor Hulus Gemeinde besetzt, und er erklärte, dass die Familienbräuche es nicht erlauben, zu späteren Stunden zum Gottesdienst zu kommen. Obgleich die Moslemgruppen und die Offiziellen der Stadt diktieren konnten, wo die Gemeinde in den kommenden Monaten Gottesdienst halten soll, erlaubten sie der Gemeinde doch, dass sie sich am 10. Oktober im Haus eines Gemeindemitglieds zum Gottesdienst versammeln könne, solange es nicht Pastor Hulus Haus sei. „Wenn die Lokalbehörde es nicht fertig bringt, uns einen Ort für den Gottesdienst zur Verfügung zu stellen, werden wir den Gottesdienst von Haus zu Haus halten“, meinte der Pastor.