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Indonesien: Islamische Gruppen demonstrieren gegen Gottesdienst in grossem Einkaufszentrum

dic./Februar 2011 – Nachdem sie dafür gesorgt hatten, dass Kirchen in West-Java, Süd-Sulawesi, Sumatra und anderen Provinzen geschlossen wurden, versuchen nun Hardliner unter islamischen Organisationen, christliche Gottesdienste in oder in der Nähe von Einkaufszentren zu stoppen. Dutzende Mitglieder islamischer Organisationen demonstrierten z. B. am 19. November 2010 vor der Gandaria Shopping Mall in Süd-Jakarta gegen den Gottesdienst einer ungenannten Gemeinde beim Shopping Center. Nach rund einer Stunde sprach die Geschäftsleitung der Mall in Gegenwart des Bezirkschefs der Polizei mit den Demonstranten. Diese sagten, sie seien gegen die Gottesdienste, weil in der Nähe eine Koranschule mit einem Internat sei. Der Betreiber der Mall, Ridwan, verneinte, dass es in dem Zentrum eine Gemeinde oder einen Gottesdienst gebe. Der Presse gegenüber sagte er, die Demonstranten seien falsch informiert gewesen, und er habe die Angelegenheit mit ihnen regeln können.

 

Jeirry Sumampouw, der Sekretär der Diakonie-Abteilung von Indonesian Fellowship of Churches, sagte, niemand habe das Recht, einen Gottesdienst in einer Mall zu verbieten. Eine Mall sei ein öffentlicher Raum, der für alle möglichen Aktivitäten genutzt werden könne – Gottesdienste eingeschlossen. Bonar Tigor Naipospos, der Vizepräsident des Setara Instituts für Gerechtigkeit und Frieden, sagte, er sei überrascht über die Opposition gegen Gottesdienste in der Gandaria City Mall. Auch er wies darauf hin, dass Malls öffentliche Räume seien, wo viele verschiedene Aktivitäten stattfinden können. Er meinte: „Da es ein öffentlicher Raum ist, entsteht nicht die Frage nach Genehmigungen zum Gottesdienst. Es ist etwas anderes, wenn man ein Kirchengebäude auf seinem eigenen Grund und Boden errichten will.“ Naipospos sagte weiter, Gemeinden träfen sich in Malls, weil es so schwierig ist, offizielle Genehmigungen zu bekommen.