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Indonesien: Die HMK im Gespräch mit dem Bibelschulleiter Yohanes

Yohanes: „Das Bedürfnis der christlichen Gemeinden nach Leitungspersonen und Pastoren ist riesig.”

„Wir sind Zeugen von Christus in unserer Heimat”

hmk./Februar 2015 – Die lokalen Projektpartner der HMK betreiben in ihrer Heimat Indonesien insgesamt sechs Bibelschulen namens BMW – Bible, Missionary, Work (Bibel, Mission, Arbeit). Derzeit werden dort 309 zukünftige Pastoren, Gemeindeleiter und Sozialarbeiter auf ihren Dienst vorbereitet.

Yohanes, Sie führen in West-Kalimantan (Insel Borneo) eine der sechs Bibelschulen. Was ist das Ziel dieser dreijährigen Ausbildung?

Den Schwerpunkt setzen wir für unsere derzeit 42 Studentinnen und Studenten beim biblischen Unterricht und bei der praktischen Arbeit. Mit der theologischen Ausbildung werden junge indonesische Christen für ihren zukünftigen Dienst in ihrer Heimat zugerüstet. Das Bedürfnis der christlichen Gemeinden nach Pastoren und Leitungspersonen ist riesig. Selbst der Staat sucht zurzeit 12‘000 Lehrpersonen, um in den Schulen den Kindern aus christlichen Familien den gesetzlich vorgeschriebenen Religionsunterricht erteilen zu können.


Was ist denn der zukünftige Dienst der jungen indonesischen Christen?
Wir sind der Überzeugung, dass auch die über 200 Millionen Muslime in unserem Land das Recht dazu haben, das Evangelium zu erfahren. Wenn unsere Mitmenschen an Jesus Christus interessiert sind und mehr wissen möchten, wollen wir als indonesische Christen unseren Teil dazu beitragen.

Wie gehen Sie vor?
Beim Vermitteln biblischer Botschaften ist es in Indonesien wichtig, sich auf die jeweilige Quelle zu beziehen. Wir lehren unsere Bibelschüler, gerade dies im Alltag umzusetzen: „In der Bibel steht“ oder „Jesus hat gesagt“. Dies wird in Indonesien respektiert. Als Christen sind wir Zeugen von Jesus Christus. Mit unseren Worten und Taten – ja mit unserem ganzen Leben – wollen wir die Frohe Botschaft sichtbar werden lassen. Wir sehen es aber nicht als unsere Aufgabe, andere Religionen zu kritisieren.

 

Die Ausbildung umfasst nebst Theorie auch Praxis. Inwiefern?
Die Schüler leisten jeweils am Nachmittag drei Stunden praktische Arbeit im Garten  oder sie helfen bei der Landwirtschaft. Damit können wir als Bibelschule einen Teil der benötigten Finanzen selbst erwirtschaften. Wir verfügen über 650 Ölpalmen, 17 Schweine und fünf Ziegen – da gibt’s allerhand zu tun. Die Schüler lernen bei uns auch einfache handwerkliche Tätigkeiten, welche ihnen später in ihrem Dienst zugutekommen. Es ist wichtig, dass sie ihren Lebensunterhalt später einmal selbst bestreiten können.


Ein weiterer Teil ist das Engagement bei den wöchentlich stattfinden Kindertreffs (Good News Clubs) für Kinder aus der Umgebung. Derzeit sind es 35 Treffs mit 1200 Kindern, wo diese spielen, singen und biblische Geschichten hören. Sie sind begeistert, und das hat Auswirkungen in ihren Familien.

 

Was möchten Sie uns noch mitteilen?
Im Namen aller Studentinnen und Studenten danke ich Ihnen ganz herzlich für Ihre langjährige Unterstützung, die diese Arbeit möglich macht!

Mit bereits 45 Franken (40 Euro) können Sie die monatlichen Kosten für einen Bibelschüler/in abdecken.

Good News Clubs

Manik* ist ein Leiter der sogenannten Good News Clubs: „Jeden Dienstagnachmittag fahren unsere Studenten in die armen Gegenden, um mit Kindern zu singen, spielen, beten und ihnen Geschichten aus der Bibel oder aus unserem eigenen Leben zu erzählen. Viele Kinder können kaum warten, bis es wieder Dienstagnachmittag ist. Wir treffen uns jeweils im Haus eines Mitarbeiters oder Bekannten. Einige Kinder holen wir direkt bei ihren Eltern zuhause ab, andere kommen selbständig dort hin.”

*Name geändert.