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Indonesien: Christin zu 30 Stockhieben verurteilt

Erstmals wurde in der Provinz Aceh eine Nichtmuslima nach der Scharia verurteilt.

International Christian Concern/idea. Juli 2016 -
In der indonesischen Provinz Aceh im Nordwesten der Insel Sumatra ist erstmals eine Christin nach dem islamischen Religionsgesetz – der Scharia – verurteilt worden. Weil sie Alkohol verkauft hat, soll eine 60-Jährige öffentlich 30 Stockhiebe erhalten. Aceh ist die einzige Provinz Indonesiens, in der seit dem Jahr 2001 die Scharia gilt. Nicht nur der Konsum von Alkohol wird geahndet, sondern auch Ehebruch, homosexuelle Beziehungen und Glücksspiel. Bisher hat das islamische Religionsgesetz nur für Muslime gegolten. Neue Bestimmungen haben nun dazu geführt, dass die Scharia auch für religiöse Minderheiten gilt. Seit Jahren gehen militante Muslime in Aceh gegen Christen vor. Die Folge ist, dass immer mehr Kirchen geschlossen werden. Auch die Übergriffe nehmen zu. Allein seit Oktober 2015 sind zehn Kirchengebäude in Brand gesteckt worden. 8‘000 Christen sind infolgedessen in Nachbarprovinzen geflohen. Indonesien ist der Staat mit der grössten muslimischen Bevölkerung der Welt. Von den 237 Millionen Einwohnern sind 88 Prozent Muslime. Neun Prozent sind Christen, die übrigen Buddhisten und Hindus.