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Indonesien: Bürgermeister weigert sich, Gerichtsbeschluss anzuerkennen

Eine Baugenehmigung für Kirchengebäude zu erhalten, ist in vielen Regionen Indonesiens noch immer recht schwierig.

wea./November 2011 – Im Dezember 2010 hatten das Oberste Gericht Indonesiens und die Ombudsmann-Kommission zugunsten der Taman Yasmin Indonesian Christian Church in Bogor auf West-Java gesprochen und die Legalität ihrer Baugenehmigung bestätigt. Trotzdem bleibt das Kirchengebäude versiegelt und die Behörden von Bogor behindern und bedrohen weiterhin die Gemeindemitglieder. Jetzt drängt der Bürgermeister von Bogor, Diani Budiarto, sogar auf ein Gesetz, durch das die Öffnung von Kirchen in Strassen verboten werden soll, die islamische Namen tragen. Die Yasmin-Kirche befindet sich nämlich in der Jalan-Abdullah-bin-Nuh-Strasse, die nach dem bekannten islamischen Geistlichen Abdullah-bin-Nuh benannt ist, der 1987 starb. Präsident Susilo Bambang Yudhoyono hüllt sich bezüglich dieser Sache in Schweigen. Wenn Bürgermeister Budiarto es schafft, sich ungestraft über die Beschlüsse des Gerichtes hinwegzusetzen, wird das Gesetz kraftlos. Weil die Täter straflos bleiben, wird die Verfolgung der Christen, vor allem in Papua und in West-Java - und dort vor allem in den Distrikten Bogor und Bekasi - angeheizt. Wie berichtet wird, gab es 2010 allein 64 gewalttätige Angriffe auf die Religionsfreiheit - ein enormer Anstieg, verglichen mit 18 Angriffen im Jahr 2009 und 17 im Jahr 2008.