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Indien: Übergriffe alltäglich

dic./Januar 2012 – Am 27. September haben in Ambalavaval (Kerala) Hinduextremisten einen Pastor wegen seines Glaubens an Jesus Christus verprügelt und ihn dabei schwer verletzt. Das Global Council of Indian Christians (GCIC) berichtete, dass Pastor Jaison E.T. dabei gewesen sei, in verschiedenen Wohnungen Traktate zu verteilen und für die Kranken zu beten. Als einer der Anwohner sie aufgefordert habe, das Haus seiner Familie zu verlassen, seien die Christen gegangen. Doch später habe dieser Anwohner mit zwei Hinduextremisten den Pastor in einem anderen Haus abgefangen und ihn schwer verprügelt. Die Hauseigentümerin habe versucht zu helfen und habe ihren Mann zu Hilfe gerufen. Dieser sei fünf Minuten später zur Stelle gewesen und habe mit über 20 anderen Menschen, die inzwischen vor Ort gewesen seien, geholfen, den Pastor und seine Frau vor Angriffen der intoleranten Hindus zu schützten.

Am 23. Oktober 2011 hat die Polizei in Arasikere (Karnataka) Pastor Sunder Raj verhaftet. Grund dafür war eine Anzeige von Hinduextremisten, weil Pastor Sunder angeblich versucht habe, einen Tempel zu demolieren und er die Hindus angegriffen und beschimpft habe. Wie das Global Council of Indian Christians (GCIC) berichtet, habe die Polizei sich dem Druck der Extremisten gebeugt und Anklage gegen Pastor Sunder wegen Religionsfrevel erhoben, woraufhin der Pastor nach Hassan ins Gefängnis gebracht worden sei. Er sei am nächsten Tag gegen Kaution entlassen worden.

Gemäss GCIC hatte im Jahr 2004 die Stadtverwaltung von Arasikere auf Druck von Sangh-Parivar-Extremisten ein Kirchengebäude abgerissen mit der Begründung, es sei ohne Genehmigung gebaut worden. Anschliessend sei auf diesem Grundstück umgehend ein Hindu-Tempel gebaut worden. Pastor Raj, der Pastor der Kirche, habe Beschwerde einreichen wollen. Die Polizei habe sich jedoch geweigert, sie anzunehmen. Pastor Raj habe zwei Jahre lang in dieser Angelegenheit prozessiert, aber verloren. Dann habe er an das Distriktgericht von Hassan appelliert, das eine neue Vermessung des Landes angeordnet habe. Als die Sangh-Parivar-Extremisten davon erfahren hätten, hätten einige von ihnen einen kleinen Teil der Tempelmauer beschädigt, um anschliessend Pastor Raj hierfür zu beschuldigen und ihn des religiösen Frevels zu bezichtigen.