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Indien: Mord an einem Pastor soll vertuscht werden

dic./April 2011 – Verwandte eines Pastors, der am 11. Januar 2011 im Bundesstaat Orissa in einem entlegenen Gebiet des Distrikts Kandhamal tot aufgefunden wurde, haben die Polizei beschuldigt, den Fall zu vertuschen. Die Leiche von Saul Pradhan, einem 45-jährigen Pastor, wurde in der Nähe eines Teiches im Dorf Pakala gefunden, wie der Menschenrechtsaktivist Ajay Singh berichtet. Die Leiche zeigte Merkmale von Fremdeinwirkung. Die Hände und Beine des Pastors sahen verdreht aus, Blut war in seinem Mund und seine Hosen waren zerrissen, wie Singh sagte. Zwei Jahre zuvor war bereits das Haus des Pastors von Hinduextremisten niedergebrannt worden. Singh meinte: „Warum sollte es nicht Verdacht erregen, wenn der Pastor zuletzt mit zwei Hindus gesehen wurde, mit Marda Pradhan und Baiju Mallick, die unter den Unruhestiftern waren, welche 2008 die Häuser von Christen in Brand gesetzt hatten?“ Ein lokaler Aktivist von der Evangelical Fellowship of India sagte, er habe den Tatort nach der Entfernung der Leiche besichtigt und Blutspuren auf einem Stein gesehen.


Christliche Einwohner Kandhamals erklären, die Feindseligkeit derer, die an den durch den Einfluss extremistischer Hindu-Nationalisten erfolgten Angriffen teilgenommen hatten, sei auch heute noch sehr stark. Die Polizei dagegen sagte, sie habe wenig Grund, ein Verbrechen anzunehmen. „Es gab keine Verletzungsspuren an der Leiche des Mannes“, sagte Inspektor Ravi Narayan Barik und wies die Behauptungen der Familie des Toten zurück. „Der Arzt, der die Autopsie durchführte, sagte, es sei einfach ein unnatürlicher Tod gewesen.“ Auf die Ergebnisse einer offiziellen Autopsie wird noch gewartet. Singh berichtet, dass die Polizei der Familie, als sie Anzeige wegen vermutetem Mord erstatten wollte, nur sehr unwillig zuhörte. „Die Polizei beschimpfte sie und sagte. er müsse wegen der Kälte gestorben sein.“