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Indien: Befragung von Christen lässt die Alarmglocken läuten

dic./August 2011 – Ein Versuch durch die Polizei in Indiens Bundesstaat Madya Pradesh, die christliche Minderheit im Staat zu erfassen, kam diesen Monat ans Licht und veranlasste die Kirchenleiter dazu, von der Bundesregierung zu verlangen, dass sie eine Untersuchung dieser angeblichen Profilaufnahme der Religion durchführt.


Dr. John Dayal, der Generalsekretär vom All India Christian Council, verlangte, dass eine Nationale Kommission für Minderheiten diese Befragung untersuchen solle, durch die Daten zusammengetragen wurden über die Adresse von katholischen und evangelischen Christen, ihren wirtschaftlichen Status, über Details über von Christen geführte Schulen – darunter die Einkommensquellen und ob sie Unterstützung aus dem Ausland bekämen. Die Polizei brach später diese umstrittene Befragung ab, nachdem führende Christen sich an den Generaldirektor der Polizei, S. K. Rout, gewendet hatten, der verneinte, Kenntnis davon gehabt zu haben. „Die Befragung war bloss ein Schnitzer von Beamten niederen Ranges“, soll Rout gesagt haben. In einer Erklärung gegenüber der BBC fügte er hinzu: „Obgleich die Polizei solche Informationen periodisch sammelt, um die Sicherheit von Minderheitengemeinschaften im Staat zu gewährleisten, war die Art und Weise, wie diese Befragung angeordnet wurde, unkorrekt.“


Die christlichen Leiter blieben aber grösstenteils beunruhigt und verlangten eine Untersuchung durch die Zentralregierung. „Wir glauben nicht an den Vorwand der Polizei, sie wolle wissen, wo Christen wohnen, um sie zu schützen“, sagte Dayal. „All diese Fragen bezüglich der Finanzierung von Kirchen und Missionen sind völlig illegal. Die Schuld an all dem liegt vor allem bei dem Ministerpräsidenten des Staates und seinem Innenminister, die auf Betreiben der RSS (der extremistischen Hindu-Organisation Rashtriya Swayamsevak Sangh) handeln, zu der beide gehören.“