Startseite > Projekte > Projektländer > Indien: Christen immer noch boykottiert

Indien: Christen immer noch boykottiert

Hindu-Festivals erfreuen sich aller Freiheiten; davon können die Christen nur träumen.

dic./Januar 2011 – Selbst zwei Jahre nachdem sie Verwandte und Eigentum während antichristlicher Ausschreitungen im Bundesstaat Orissa verloren hatten, spüren die Überlebenden keine Verbesserung ihrer Lage. Sie werden immer noch ausgegrenzt und bedrängt, zum Hinduismus „zurückzukehren“. Der vorläufige Bericht einer nichtstaatlichen Untersuchungskommission erklärt: „Trotz der Erklärung der Staatsverwaltung, alles sei normal, herrscht [unter den Christen im Distrikt Kandhamal] ein Zustand der Rechtlosigkeit, stärkste Furcht und ein Gefühl der Unsicherheit.“ Kandhamal erlebte 2008 ein Blutbad unter den Christen. Das Team, das unter Leitung des lokalen Anwalts Nicholas Barla in Zusammenarbeit mit einem Bruder Marcus und den beiden Menschenrechtsaktivisten Jugal Kishore Ranjit und Ajay Kumar Singh arbeitete, besuchte am 5. November vier Dörfer in Kandhamal.

 

Im Dorf Bodimunda in Tikabali traf das Team auf einen Pastor, der ihnen sagte, er werde intensiv beobachtet, seit die Hinduextremisten ihn gezwungen hatten, Hindu zu werden. Im selben Dorf hatten Hindu-Nationalisten auch ein de facto Verbot für jedes öffentliche oder private Fahrzeug erlassen, Christen oder ihr Eigentum zu transportieren. Ein anderer Christ sagte, Hindu-Extremisten in der Gegend hinderten Christen daran, sich Güter des täglichen Bedarfs zu beschaffen. Das Team fand Bilder von Hindugottheiten in den Wohnungen von Christen. Diese hatten zu grosse Angst, sie zu entfernen. Eine Frau in dem Dorf Gandapadar sagte dem Team, lokale Hindu-Nationalisten hätten ihr Bilder von Hindugottheiten gegeben, damit sie sie anbete. „Wir haben sie behalten, weil sie oft kommen und überprüfen, ob wir uns nicht wieder zum Christentum bekehrt haben“, sagte sie. Fast alle Christen, die das Team traf, beklagten sich, dass die lokalen Behörden wenig getan hätten, um sie zu schützen, und sie haben den Verdacht, dass die Offiziellen mit den Hindu-Nationalisten der Gegend gemeinsame Sache machen.