Startseite > Projekte > Projektländer > Indien: 177 Übergriffe auf Christen im letzten Jahr

Indien: 177 Übergriffe auf Christen im letzten Jahr

Seit die hindu-nationalistische Partei BJP an der Macht ist, nehmen Übergriffe auf indische Christen zu.

Im Jahr 2015 wurden laut einem Bericht der Indischen Evangelischen Allianz 177 Übergriffe auf Christen registriert. 2014 waren es 147. Die effektive Zahl dieser Vorkommnisse liegt aber höher, weil immer wieder Angriffe nicht gemeldet werden.

livenet/Gospel Herald/CBN News. Mai 2016 - Wie CBN News berichtet, sind unter den gemeldeten Ereignissen 68 Übergriffe, wo Opfer physische Gewalt erlebten. In 36 Fällen geht es um Vandalismus an religiösen Gebäuden. 18 Pastoren wurden festgenommen. Gemeldet wurden auch mindestens drei Fälle von Vergewaltigung; so wurde eine Nonne innerhalb ihres Konvents sexuell missbraucht.

Antibekehrungsgesetze
Der Report lokalisiert viele dieser Vorfälle in Zentral-Indien, besonders in Chhattisgarh und Madhya Pradesh sowie im nördlichen Staat Uttar Pradesh. In sechs indischen Bundesstaaten ist der Übertritt von Hindus zum Christentum verboten. Wer es trotzdem versucht, wird gewaltsam zum Hinduismus „zurückbekehrt“. Es wurden auch Fälle gemeldet, wo Hindupriester Menschen nach ihrer Hinwendung zum Christentum die Köpfe schoren und sie dann im Dorf herumführten, um sie zu demütigen.

Überfall auf Gottesdienst
Am 6. März 2016 überfielen rund 25 radikale Hindus den Gottesdienst einer Pfingstgemeinde im Staat Chhattisgarh – eine Woche nachdem die Regierung einer US-Kommission die Einreise verweigert hatte, die religiöse Übergriffe untersuchen wollte. Die radikalen Hindus kamen auf Motorrädern und begannen, wahllos auf die 60 Gottesdienstbesucher einzuschlagen. Sie rissen Frauen die Kleider vom Leib und zerstörten Eigentum der Gemeinde, einschliesslich Bibeln. Zwar wurden sieben der Attentäter von der Polizei festgenommen; lokale Christen beklagen jedoch, dass eine allgemeine „Atmosphäre der Straflosigkeit“ solche Übergriffe im ganzen Land immer wieder begünstigt.

Hindu-nationalistische Regierungspartei
Seitdem die hindu-nationalistische Bharatiya Janata Partei (BJP) in mehreren indischen Bundesstaaten regiert, werden Übergriffe gegen Christen dort praktisch nicht mehr geahndet, trotz offizieller Religionsfreiheit. Seit 2014 hat die BJP mit Ministerpräsident Modi auch auf nationaler Ebene die Regierungsführung übernommen. Für die Zukunft der indischen Christen verheisst das nichts Gutes.