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Horn von Afrika: Wasserströme in der Einöde

Ob in Chalbi, einer Wüste im Norden Kenias, Kohl wachsen könnte. Gott fragte mich das drei Mal. Alles, was ich Ihm antwortete war: „Nein! Unmöglich. Kohl, Gras, noch nicht einmal Bäume können an diesem Ort wachsen!“

 

Oktober 2020 - Unmittelbar darauf führte Gott mich zu Jesaja 43,18-20 wo es heisst, „ (…) Ich mache einen Weg in der Wüste und Wasserströme in der Einöde. Das Wild des Feldes preist mich (…)” Ich betete über längere Zeit und schliesslich schenkte mir der Herr die Erklärung für das Bild, das ich hatte. Im trockenen Norden Kenias leben verschiedene Stämme, die mit dem Evangelium noch ganz oder weitgehend unerreicht sind. Die „Wasserströme in der Einöde“ sind das Wort Gottes. Gott hat mich und unser Team dazu berufen, Seinen Plan und Seine Absicht zu erfüllen, nämlich diesen Volksgruppen die Frohe Botschaft bekannt zu machen. Heute passiert genau das! Kohl wächst in der Chalbi-Wüste und in anderen Gebieten am Horn von Afrika: Die Menschen sind begierig, das Wort Gottes zu hören und Christus nachzufolgen.


Zwei Nomaden am Strassenrand
Eines Tages fuhr ich mit meinem Team durch dieses ebene Wüstengebiet. Wir konnten schon von weitem zwei Gestalten am Strassenrand sehen, die auf uns zu warten schienen. Plötzlich machte einer der beiden Männer heftige Bewegungen und versuchte, unser Auto anzuhalten. Es waren Nomaden aus dem Stamm der Gabbra. Aber weil viele aus diesem Stamm unter dem Vorwand, Hilfe zu brauchen, Autos anhalten und sie dann angreifen, hatten wir Angst. Wir gaben Gas und fuhren an ihnen vorbei. Da meldete sich eine feine Stimme in mir: „Warum hast du sie stehen lassen? Vielleicht brauchen sie eine Fahrgelegenheit. Es ist doch noch Platz im Auto.“ Wir wendeten unser Auto und sahen, wie die beiden Männer auf unser Auto zu rannten.

 

„Von der Schöpfung bis zu Christus“
Als die beiden Gabbra in unser Auto eingestiegen waren, fragte der eine: „Kennt ihr Gott, der euch angehalten hat? Heute Morgen, bevor wir fortgingen, haben wir Gott gebeten, uns mit einem Transportmittel zu versorgen. Und das hat Er jetzt getan.“ Einer meiner Kollegen begann, den beiden die Geschichte „Von der Schöpfung bis zu Christus“ zu erzählen. „Ich kenne diese Geschichte“, sagte einer der Gabbra. „In der letzten Regenzeit kam jemand mit seinen Kamelen in unser Dorf und erzählte sie uns. Wir haben das Wort Gottes dann auf einem Audiogerät gehört. Nun erzählen wir unseren Mitmenschen, wie Gott, der alle Dinge erschaffen hat, uns liebt und für uns sorgt.“ Weil wir das so wunderbar fanden, wollten wir herausfinden, wie diese Geschichte zu dieser Volksgruppe in der Wüste gekommen war. Wir hielten also in der nächsten Stadt, in der wir einen Gemeindegründer hatten, an und fragten ihn, ob er den Kamelzüchter kenne. Es stellte sich heraus, dass diese beiden Gabbra bereits zur vierten Generation gehören, die durch das Erzählen biblischer Geschichten in der Wüste zum christlichen Glauben fanden. Dieses wunderbare Erlebnis zeigt, was Gott mir schon vor vielen Jahren offenbart hatte: Kohl wächst in der Wüste.

Gott schreibt Geschichte mit uns

Was Gott in einer der explosivsten und instabilsten Gegenden der Welt tut, ist erstaunlich. Es ist als schriebe er ein weiteres Kapitel der Apostelgeschichte. Unsere Rolle dabei besteht darin, uns Gott anzuschliessen und Anteil zu haben an diesem grossen Abenteuer, wo Er uns dazu braucht, Seine Geschichte in das Leben der Menschen zu schreiben. Wir gehen voran und vertrauen Gott, dass Er uns hilft, Einheimische auszubilden, auszurüsten und in die ganze Region am Horn auszusenden. Wir rüsten sie aus mit solarbetriebenen Audiogeräten mit dem darauf gespeicherten Neuen Testament, der „Geschichte von der Schöpfung bis zu Christus“ und anderen wichtigen Lehrmaterialien in ihrer lokalen Sprache. Wir versorgen sie auch mit Motorrädern, denn diese sind das beste Transportmittel für Gemeindegründer, um Menschen an ganz entlegenen Orten zu erreichen. Wir vernetzen uns mit anderen christlichen Werken, die einen ähnlichen Fokus haben, indem wir Informationen austauschen, Literatur und Lehreinheiten ausarbeiten. Unsere Kräfte zu bündeln ist wichtig, um diese soweit versprengten Menschen zu erreichen und die bereits bestehenden Gemeinden zu stärken. Wie in der Apostelgeschichte benutzt Gott ganz normale Menschen, die eine Vision und ein Verlangen haben, das Evangelium zu den noch 200 unerreichten Volksgruppen am Horn von Afrika zu bringen.

Autor:

Dr. Aila Tasse, lokaler HMK-Projektpartner

Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Mit 120 Franken (100 Euro) im Monat können Sie die durchschnittlichen Reisekosten und den Lebensunterhalt eines einheimischen Missionars finanzieren.
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Dr. Aila Tasse ist lokaler Projektpartner der HMK und wird, sofern möglich, im November 2020 im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Sonntag der verfolgten Kirche“ in der Schweiz sein. Eine Terminübersicht mit den Anlässen werden Sie mit der November-Ausgabe „verfolgt“ erhalten und ist auch hier ersichtlich.