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Horn von Afrika: Hilfe für Flüchtlinge

Flüchtlinge am Horn von Afrika.

hmk./Juli 2012 – Unterdrückt, inhaftiert, gefoltert, durstig und hungrig. Viele Christen am Horn von Afrika leiden schrecklich. In Flüchtlingslagern erhalten notleidende Menschen materielle Hilfe sowie geistliche und seelsorgerliche Betreuung.

 

"Ich heisse Dawit*, bin eritreischer Flüchtling und lebe seit acht Jahren in einer selbstgebauten Lehmhütte in einem Flüchtlingslager im Norden Äthiopiens. Vorher war ich in einem Zelt des UNHCR (UN-Agentur für Flüchtlinge) untergebracht. Ich kümmere mich als Pastor um meine Mitmenschen.

 

Wie alle Jungen und Mädchen in Eritrea musste ich mit 17 Jahren ins Militär. Nach 14 Jahren Militärdienst versuchte ich während einem einmonatigen Urlaub mit drei anderen Soldaten in Zivilkleidung nach Äthiopien zu fliehen. Dabei erwischte uns die eritreische Grenzpatrouille. Wir wurden nicht wie sonst üblich erschossen, sondern kamen in ein Militärgefängnis. Dort lernte ich durch andere Gefängnisinsassen Jesus Christus kennen und habe mich entschieden, ihm nachzufolgen. Gott gab mir die Kraft, durchzuhalten. Nach drei Jahren wurde ich freigelassen. Nun war ich zwar nicht mehr hinter den Gefängnismauern, doch der erneute Militärdienst bedeutete ebenfalls Gefangenschaft. Ein erneuter Fluchtversuch hätte meinen Tod bedeuten können, und trotzdem wagte ich wieder die Flucht in Richtung Äthiopien. Mehrere Tage war ich mit ein paar anderen im Schutz der Dunkelheit unterwegs, um den Kontrollen zu entgehen. Denn Eritrea kennt keine Bewegungsfreiheit. Jeder, der von einem Dorf ins nächste gehen will oder sich sonst im Land irgendwie bewegen will, braucht eine schriftliche Genehmigung. Schlussendlich erreichten wir tatsächlich das freie Äthiopien und ich wurde als Flüchtling anerkannt."


Dawit ist der Gemeindeleiter einer Gemeinde in einem der Flüchtlingslager, wo sich auch die HMK engagiert. Er ist 42 Jahre alt und ohne eigene Familie. Während den 34 Jahren in Eritrea hatte er keine Möglichkeit, ein eigenes Leben aufzubauen. In diesem Flüchtlingslager hat er zwar das Nötigste zum Leben, doch er und viele andere Flüchtlinge träumen von einem Leben in wirklicher Freiheit. Deshalb versuchen viele von ihnen, über den Sudan via Ägypten nach Israel zu gelangen. Dies oftmals mit der Hilfe von Menschenschleppern, die jedoch eine grosse Gefahr sind: Organisierte Banden verlocken unwissende Flüchtlinge und beuten sie und ihre ganze Familie oftmals aus.

 

Hunger und Dürre

Viele Gebiete am Horn von Afrika sind geprägt von Dürre, Hunger, mangelnder Infrastruktur, Armut und politischer Instabilität. Die Bevölkerung besteht aus verschiedenen Volksstämmen, von denen viele weder lesen noch schreiben können. Aufgrund schwerster Verfolgung fliehen Christen von Somalia und Eritrea in die benachbarten Staaten in der Hoffnung auf eine bessere Lebensperspektive. Viele von ihnen finden Unterschlupf in den grenznahen Flüchtlingslagern und leben dort oftmals jahrelang unter widrigen Umständen. In dieser Region befindet sich auf kenianischem Territorium das grösste Flüchtlingslager der Welt. Alleine dort harren über 500'000 Flüchtlinge aus und hoffen auf eine bessere Zukunft.

 

 

Christenverfolgung in Eritrea und Somalia

Eritreas Politik wird durch ein willkürliches Einparteiensystem bestimmt. Die kommunistische Regierung betrachtet die nicht offiziell registrierten Christen (zum Beispiel Protestanten) als Staatsfeinde und verfolgt sie auf grauenhafte Weise. Die Kirchen in Eritrea werden grundsätzlich vom Staat kontrolliert. Die eritreischen Flüchtlinge sind mehrheitlich Militärangehörige, die während ihrer Fronarbeit geflohen sind. Wenn sie die Flucht überleben, erreichen viele von ihnen die Flüchtlingscamps in Äthiopien und Sudan. Einige verbringen Jahre in den Flüchtlingslagern und kämpfen weiterhin ums Überleben.


In Somalia ist der Hauptgrund für die Christenverfolgung der islamische Extremismus, der von radikalen Gruppierungen ausgeht. Die christliche Minderheit im Land wird aufs schwerste verfolgt. Der Staat hat die Kontrolle über die Bevölkerung weitgehend verloren und die mächtigen Clanstrukturen beherrschen das Land. Es ist geprägt von Bürgerkrieg, Anarchie, Piraterie und der Terrororganisation Al-Shabaab. Über eine Million Flüchtlinge (zehn Prozent der Bevölkerung) harren innerhalb ihres eigenen Landes in menschenunwürdigen Zuständen aus oder flüchten nach Äthiopien und Kenia.

 

 

Hilfe der HMK am Horn von Afrika

Bildung: Familien erhalten zu Beginn des Schuljahres für ihre Kinder Schulmaterial und Schuluniformen. Unser lokaler Partner stellt die Beschaffung und Verteilung vor Ort sicher. Mit bereits 30 Franken (25 Euro) kann der Schulbesuch eines Kindes für ein Jahr sichergestellt werden.

 

Aufklärung: Aufklärungsarbeit unter den Flüchtlingen bezüglich Gefahren, die auf der beliebten Fluchtroute nach Israel lauern, kann lebensrettend sein. Organisierte Banden von Menschenschleppern verlocken unwissende Flüchtlinge mit Versprechen von einer goldigen Zukunft und beuten sie und ihre ganze Familie oftmals aus. Nicht selten werden sie Opfer des illegalen Organhandels in der Wüste Sinai.

 

Betreuung & Trainings: Einheimische Christen werden befähigt, damit sie trotz harter Bedingungen in den Flüchtlingslagern für das Wohl ihrer Landsleute sorgen können. Wir als HMK unterstützen diese Christen durch einheimische Partner und helfen ihnen, damit ihre Landsleute Jesus Christus kennenlernen. Mit 120 Franken (100 Euro) monatlich kann ein Gemeindegründer und seine Arbeit im Stammesgebiet für einen Monat finanziert werden. Helfen Sie uns dabei?

 

Audio Bibeln: Das Interesse an Gottes Wort ist gross. Viele Angehörige zahlreicher Volksgruppen können jedoch nicht lesen. Für sie bietet die HMK die Bibel in Form von Abspielgeräten in ihrer Muttersprache an. Unser lokaler Partner stellt die Verteilung vor Ort sicher. Mit 50 Franken können Sie ein mit aufladbaren Batterien und Solarpanel versehenes Gerät finanzieren.

 

Humanitäre Hilfe: In Zusammenarbeit mit der Stiftung Hoffnungsnetz werden die Beschaffung und langfristige Versorgung der Bevölkerung mit Wasser sichergestellt, sanitäre Anlagen gebaut und Menschen im Bereich Hygiene geschult.