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Horn von Afrika: Die Herausforderungen am Horn von Afrika

Dank der Wasserpumpen können Dorfbewohner ihre Gärten und Felder bewässern und dadurch ihren Lebensunterhalt selbst finanzieren.

hmk./Dezember 2013 – Mein Name ist John* und ich lebe am Horn von Afrika. Ich gebe Ihnen hier einen Einblick in mein Leben und in meine Arbeit. Als Christ in einem islamisch dominierten Land schildere ich Ihnen zudem, mit welchen Herausforderungen einheimische Christen konfrontiert sind.

 

Ich bin 39 Jahre alt und im Landwirtschaftssektor tätig, und zwar verkaufe ich Wasserpumpen. Die Nachfrage in der Bevölkerung nach diesen Pumpen ist sehr gross. Wir leben hier in einer Wüstenlandschaft und Temperaturen um die 40 Grad sind keine Seltenheit. Wegen des trockenen Erdbodens ist die Landwirtschaft auf regelmässige Bewässerung angewiesen. Schon seit einigen Jahren helfe ich beim Verkauf und Installieren von Pedal- und Handpumpen, mit denen kleine Landflächen von bis zu einer Hektare bewässert werden können. Die Pumpen sind für viele Nomaden, die in abgelegenen Gebieten leben, ein enormer Segen, da ihre Existenz von einer guten Ernte abhängt. Sie  sind Selbstversorger und bauen in oasenartigen Gärten vor allem Gemüse und Früchte an. Dank der Wasserzufuhr durch die Pumpen können sie nebst dem Eigenbedarf genug Landwirtschaftsprodukte produzieren, die sie verkaufen oder als Tierfutter verwenden können.


Durch die Wasserpumpen können die Menschen in den Dörfern ihren Lebensunterhalt also selbst finanzieren und durch den Verkauf der Produkte erst noch ihr eigenes Unternehmen betreiben. Ich hoffe, dass dadurch nicht noch mehr Menschen ihre Gegend verlassen und in die Stadt abwandern.


Hin und wieder gehen Pumpen kaputt. Deshalb habe ich mit meinem Team ein sogenanntes Händlernetzwerk aufgebaut. Händler bieten in den verschiedenen Dörfern Ersatzteile für die Pumpen an. Wir sind der HMK dankbar, dass sie dieses Pumpenprojekt finanziell unterstützt, weil sonst die Kosten für die Ersatzteile und auch für die Pumpen für die Menschen hier nicht erschwinglich wären.

Am Horn von Afrika sind viele Muslime offen für Jesus Christus.

Die Situation der einheimischen Christen

Beruflich  reise ich mit meinem Team viel herum. Wenn die Leute merken, dass ich Christ bin, sind sie interessiert und manchmal ergibt es sich sogar, dass ich für sie beten kann oder wir gemeinsam in der Bibel lesen.

Menschen kommen zum Glauben…
Zum Beispiel ergab sich schon mehrmals die Gelegenheit, dass ich bei einem älteren Mann in der Wüste – er ist das Oberhaupt in einer Moschee –  übernachten konnte. Als ich ihn jeweils besuchte, zeigte er grosses Interesse am christlichen Glauben und bat mich, aus der Bibel vorzulesen. Eines Tages nahm er mich zur Seite und sagte: „Ich muss dir etwas erzählen. Etwas, das ich noch niemandem erzählt habe.“ So setzten wir uns unter eine Akazie und er sagte: „Ich bin jetzt einer von euch geworden. Ich habe IHN gefunden!“

 

Mir blieb fast das Herz stehen vor Freude und ich fragte zaghaft nach, ob er von Jesus spreche. „Ja, alles was du mir erzählt hast, ergibt nun einen Sinn!“ Wir umarmten uns. Das war für mich ein sehr bewegender Moment.


Ich bin Gott dankbar, dass Gott am Horn von Afrika wirkt. Menschen aus verschiedenen Regionen  und aus verschiedenen Volksstämmen kommen zum Glauben an Jesus. Sie haben begonnen, sich regelmässig in kleinen Gruppen zu treffen. Sie beten, lesen in der Bibel und lassen sich auch taufen.

…aber es gibt auch Widerstand

Als Christen dürfen wir viele ermutigende Momente erleben, aber wir sind auch Bedrohungen ausgesetzt. Vor kurzem führten Freunde von mir aus dem Nachbarland eine Konferenz durch. Viele von uns wurden dadurch ermutigt und gestärkt, im Glauben an Jesus vorwärts zu gehen. Doch nach der Konferenz wurde einer der Leiter auf einem öffentlichen Platz von Polizisten geschlagen. Anschliessend haben sie ihn mitgenommen. Sie sperrten ihn ins Gefängnis mit der Begründung, er würde Menschen vom Islam abkommen lassen und in eine falsche Richtung leiten. Ich bin sehr froh, dass er dank seiner guten Beziehungen schon nach ein paar Stunden wieder freigelassen wurde. Sie haben ihn später aber unter Druck gesetzt und erpresst. Er musste ihnen eine grosse Summe Geld bezahlen, damit sie ihn in Ruhe liessen.


Ich erinnere mich auch noch an einen jungen Mann, der mehrere Tage lang bedroht und dann ausgerechnet an seinem Geburtstag entführt wurde. Die Entführer forderten, dass er zum Islam zurückkehren müsse. Wenn er sich weigere, würden sie seine Familie töten. Sie forderten auch Namen anderer Christen. Schlussendlich haben sie den Mann freigelassen und er konnte zu seiner Familie zurückkehren. Die Entführer drohten nun aber der ganzen Familie. Wenn sie das Land nicht verliessen, würden sie umgebracht.
Inzwischen sind sie an einem sicheren Ort, doch dieser Vorfall hat Spuren hinterlassen: Der junge Mann hat heute mit starken psychischen Belastungen zu kämpfen.


*Name aus Sicherheitsgründen geändert.

 

Unterstützen Sie John und seine Arbeit

Wasserpumpenprojekt
Als HMK unterstützen wir das Wasserpumpenprojekt von John, damit Menschen in abgelegenen Gebieten am Horn von Afrika eine Zukunftsperspektive haben. Dank der Bewässerung durch Pedal- und Handpumpen können sie als Selbstversorger überleben und durch den Verkauf von ihren Landwirtschaftsprodukten auf dem Markt können sie sich ihren eigenen Lebensunterhalt finanzieren.

Gemeindebau
In den vom Islam geprägten Regionen am Horn von Afrika  sind Christen eine Minderheit. Sie sind, wie John erwähnt, mit vielen Herausforderungen konfrontiert. Trotzdem sind viele Menschen offen für Jesus und die Gemeinde Christi wächst. Durch John und sein Team stehen wir unseren Glaubensgeschwistern am Horn von Afrika bei. Wir stärken und ermutigen sie in ihrem Dienst und helfen ihnen, wenn sie bedrängt oder sogar verfolgt werden.

Dürfen Christen am Horn von Afrika  mit Ihrer Unterstützung rechnen? Wenn Sie unsere Arbeit unterstützen wollen, können Sie das mit Ihrer Spende tun. Herzlichen Dank.