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Christen in China: Wachstum trotz Verfolgung

Immer wieder werden chinesische Christen diskriminiert und verhaftet. Trotzdem bleiben sie standhaft in ihrem Glauben: Das Gemeindewachstum ist riesig.

Im kommunistisch, atheistisch regierten China sehen sich Christen vielen Schwierigkeiten gegenüber. Dennoch gibt es Hoffnung, wie an der Situation von Pekings grösster nicht registrierten Gemeinde, der Shouwang-Kirche, ersichtlich ist.

hmk./Oktober 2012 – Die Geschichte, wie sie der HMK von einem aktiven Mitglied der Shouwang-Gemeinde geschildert wurde, ist ein Beispiel dafür, wie Millionen von Christen, die zu Chinas Hauskirchenbewegung gehören, angesichts von Verfolgungen doch siegreich bleiben. Die Beijinger Hausgemeinde ist nur eine unter Tausenden von „nicht offiziellen” Kirchgemeinden.


Hauskirchen als Staatsbedrohung?
Man schätzt, dass es über 139 Millionen Christen in China gibt, von denen etwa 60 Millionen zu Hausgemeinden gehören. Li Fan, Direktor des in Beijing beheimateten Think-Tanks (Expertenkommission) namens World and China Institute sagt, die Hausgemeinden seien die mächtigste Nicht-Regierungs-Organisation (NGO) im Land geworden. 30 bis 50 Prozent der Mitglieder von NGO's in China gehören ihnen an und umfassen fast eine Million Gottesdienst- und Versammlungsorte.


Die Volksrepublik China wird seit Jahrzehnten von einer einzigen Partei, der Kommunistischen Partei Chinas, regiert. Die Behörden üben eine strenge Kontrolle aus über alle Vereinigungen, die von Bürgern selbst gebildet werden, damit sie nicht eines Tages für die Regierung gefährlich werden. Auch eine christliche Hausgemeinde wird als solch eine Bedrohung angesehen. Kleinere werden normalerweise noch geduldet. Beginnen sie zu wachsen, schreitet die Regierung oftmals unzimperlich ein. So auch bei der Shouwang-Gemeinde, die 1993 als Hausbibelkreis begann und seit 2007 zu einer der grössten Hausgemeinden Chinas zählt.

 

Polizeieinsätze und Verhaftungen
Die Behörden begannen im Vorfeld der Olympischen Spielen 2008 gegen Shouwang vorzugehen. Am 13. Mai jenes Jahres drangen bewaffnete Beamte in einen Gottesdienst ein und befahlen den Anwesenden, nach Hause zu gehen. Aber die Gemeinde weigerte sich.


Bald fand diese Gemeinde mit ihren über 1'000 Mitgliedern heraus, dass die Regierung Druck auf den Vermieter der Halle ausübte, in der die Gottesdienste stattfanden. Er musste das Mietverhältnis mit der Gemeinde auflösen. Von da an musste die Gemeinde von einem gemieteten Saal zum anderen wechseln. Seit  April 2011 versammelte sie sich an über 60 Sonntagen in einem öffentlichen Park. Anfangs verhaftete die Polizei fast jeden Sonntag Hunderte von Gläubigen auf einem Platz im Geschäftszentrum Zhongguancun. Doch die Gottesdienstbesucher liessen sich nicht abschrecken, sondern versammeln sich seither weiter unter freiem Himmel. Aber auch die Polizei verhaftet weiterhin Teilnehmer.

Gelegenheit zum Zeugnis
Das Gemeindemitglied, das mit der HMK sprach (wir können aus Sicherheitsgründen seinen Namen nicht nennen), sagt: „Von der Polizei verhaftet zu werden gehört für uns Gläubige inzwischen zum Alltag. Wir betrachten es als eine Gelegenheit, um Zeugnis zu geben. Viele Polizisten waren noch nie zuvor einem Christen begegnet. Aber wenn sie sonntags kommen um uns zu verhaften, dann erleben sie, was Christsein bedeutet.“ Wenn die Shouwang-Mitglieder von der Polizei festgenommen und auf die Wache gebracht werden, singen die Gläubigen Hymnen, loben Gott, beten und lesen laut vor den Polizisten aus der Bibel vor. Die Christen widersetzen sich der Verhaftung nicht und bleiben friedlich.


Es ist interessant zu sehen, wie die Polizisten darauf reagieren. Viele von ihnen erkennen, dass diese Christen friedlich sind und anerkennen das. Einige der Polizisten haben Mitgliedern der Showang-Gemeinde gesagt, dass sie von ihnen gelernt haben, keine Vergeltung zu üben. Einige haben den Christen sogar im Vertrauen mitgeteilt, dass sie auch Christen werden wollen, sobald sie aus ihrem staatlichen Amt ausscheiden.


Bemerkenswert ist auch, dass über 30 andere Hausgemeinden öffentlich auftreten und die Shouwang-Gemeinde unterstützen, obwohl sie wissen, dass das zu Repressionen seitens des Staates führen kann.
Für diese Christen bedeutet es ungeheuer viel, Gott in Zeiten der Verfolgung gemeinsam zu loben. Pastor Jin Tianming von der Shouwang-Gemeinde, der jetzt schon seit über einem Jahr unter Hausarrest steht, schrieb seinen Gemeindemitgliedern in einem Brief: „Es ist ein Gottesdienst, der sogar noch kostbarer ist als jeder Choral oder jede Predigt und es gefällt Gott noch viel mehr.”


Die HMK-Quelle in der Shouwang-Gemeinde sagt: „Meine Gemeinde will nicht gegen die Regierung rebellieren, sondern wartet geduldig auf bessere Zeiten. Die Behörden werden bald einmal einsehen, dass es unmöglich ist, alles im Land zu kontrollieren. So wie sie in den letzten Jahren erlaubt haben, dass sich private Unternehmungen entwickeln, so werden sie schlussendlich auch den Hausgemeinden erlauben, frei im Land zu wirken. Das wird der ganzen Nation zur Blüte verhelfen!”

Wird dieses chinesische Mädchen einmal die Möglichkeit haben, seinen Glauben unbehelligt leben zu können?

 

HMK unterstützt chinesische Christen

Die Nachfrage und das Interesse am Wort Gottes und an christlichen Gemeindeleitern und Pastoren in China sind gross. Dies gilt sowohl für die registrierten Kirchen als auch für die nichtregistrierten Hausgemeinden, die sich teilweise im Untergrund versammeln müssen. Bereits mit kleinen Beträgen können wir grosse Hilfe leisten. Helfen Sie uns dabei?

Literatur
Der Bedarf an christlicher Literatur ist vielfältig. Unser Partner stellt Unterrichtsmaterial für die Schulungen selber her. Die Nachfrage nach Bibeln ist enorm.

Rechtshilfe für Verfolgte
Die Beschaffung von wahrheitsgetreuer Information ist essentiell, um verfolgten Christen wirkungsvoll helfen zu können. Die HMK unterstützt einen Dienst zur Hilfe verfolgter Christen, durch den auch die Situation der Christen in China weltweit publik gemacht wird.

 

Kindertreffs
In wöchentlichen Treffen in Form einer Kinderstunde erfahren Kinder mehr über Jesus Christus und die Bibel. In den mehr als 500 Lokalitäten entscheiden sich jährlich Tausende für ein Leben mit Jesus und wachsen im Glauben. Zudem werden während der Ferien Freizeitlager angeboten. Durch diese Arbeit erhalten viele Kinder neue Hoffnung und es entstehen wertvolle Beziehungen.

Gemeindebau: Ausbildung und Leiterschulung
Jährlich unterstützt die HMK 6‘000 Ausbildner für den Unterricht mit jungen Menschen. Die Seminare zur Schulung dieser Personen finden in ganz China verteilt an rund 100 verschiedenen Orten statt. Gut geschulte Leiter fördern wiederum in ihren lokalen Gemeinden ihre Mitarbeitenden. Sie werden befähigt, ihren Mitmenschen zu helfen. Wollen Sie diese Ausbildungen finanziell mittragen?•