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China: Kein öffentlicher Gottesdienst

dic./Juli 2011 – Die Polizei in China hielt über ein Wochenende etwa zwei Dutzend Pastoren und Älteste von Beijings Shouwang-Kirche unter Hausarrest oder in Polizeigewahrsam, um sie daran zu hindern, an einem Sonntagsgottesdienst an einem öffentlichen Ort teilzunehmen, wie Bob Fu von der China Aid Association berichtet. Drei Hauptleiter der Kirche bleiben im Gefängnis und einige andere sind unter strikter Überwachung. Hunderte von Polizisten hatten am 10. April 2011 den Zugang zu einer offenen Begegnungszone im dritten Stock abgesperrt, die unmittelbar an eine Liegenschaft angrenzt, die ordnungsgemäss von der Kirche im Distrikt Haidian, Beijing, erworben wurde.

 

Die Polizei verhaftete mindestens 160 Mitglieder der 1'000 Mitglieder zählenden Gemeinde, als diese sich versammeln wollte. Die meisten kamen am 11. April wieder frei. Die Gemeindeleiter erklärten, Beamte hätten Druck auf die Vermieter ausgeübt, so dass diese sie aus den gemieteten und auch aus den gekauften Lokalitäten herauszwangen und ihnen keine andere Wahl liessen, als den Gottesdienst unter freiem Himmel zu feiern. „Die Regierung hatte sie so in die Enge getrieben, dass sie diesen Entschluss fassen mussten“, sagte Fu und fügte hinzu, die Gemeinde habe am Anfang versucht, sich bei der Behörde registrieren zu lassen. „Sie haben zwei Jahre lang gewartet, und als die Regierung ihnen immer noch die Registrierung versagte, versuchten sie, sich bedeckt zu verhalten, bevor sie dann beschlossen, das Daheng-Epoch-Technology-Gebäude zu kaufen. Shouwang sei eine ganz spezielle Gemeinde, sagte er. „Die meisten Mitglieder sind hoch gebildet. Darunter befinden sich Chinas Top-Religionsgelehrte und sogar ehemalige Regierungsbeamte. Das mag ein Faktor sein, weswegen die Regierung so auf sie reagiert hat.“