Startseite > Projekte > Projektländer > China: Frau eines Pastors erhält Haftunterbruch aus medizinischen Gründen

China: Frau eines Pastors erhält Haftunterbruch aus medizinischen Gründen

caa./August 2011 – Ende 2009 waren 10 Hausgemeindemitglieder im Rahmen der Unterdrückung eines ausgedehnten Hausgemeinde-Netzwerks in der Provinz Shanxi zu Gefängnis und Arbeitslagerstrafen verurteilt worden (wir berichteten darüber in "verfolgt" Januar 2010). Einem der Hausgemeindemitglieder ist nun wegen ihres sich rasch verschlechternden Gesundheitszustands ein Haftunterbruch erlaubt worden. Yang Caizhen, wurde im Februar in ein örtliches Spital verlegt, wo die Untersuchungen ergaben, dass ihr Zustand sich rapide verschlechterte. Wegen der hohen Kosten für das Gefängnis, beschloss der Gefängnisdirektor, sie der Fürsorge ihrer Familie zu übergeben, - auf deren Kosten. Frau Yang wird nun von ihrer Mutter, ihrem Bruder und ihrer Schwägerin gepflegt. Yang Caizhen, die früher als Ärztin arbeitete, bekam eine aussergerichtliche zweijährige Strafe zur Umerziehung durch Arbeit. Caizhens gesundheitliche Probleme werden mit den schweren Arbeitsbedingungen im Arbeitslager in Verbindung gebracht. Sie musste jeden Tag von 6 Uhr morgens bis 10 oder 11 Uhr abends arbeiten. Dafür bekam sie den Gegenwert von etwa 20 Franken (€ 16), davon 80 Rappen (€ 0.65) für die medizinische Versorgung und CHF 1,40
(€ 1.10) Franken als Taschengeld.

 

Im Februar wurde Yang krank, bekam hohes Fieber und beklagte sich über Schmerzen am ganzen Körper. Die Gefängnisklinik gab ihr Antibiotika. Zwei Tage später war das Fieber fort. Aber sie litt unter Appetitlosigkeit und bekam dann wieder hohes Fieber, das nicht zurückging. Daraufhin wurde sie in ein Spital ausserhalb des Gefängnisses verlegt, wo Röntgenaufnahmen der Brust und die Resultate der Blutuntersuchung zeigten, dass ihr Gesundheitszustand schlecht war, wozu noch hohes Fieber und eine Leberentzündung kamen. Als sie drei Tage später in die Pflege ihres Bruders entlassen wurde, konnte Yang kaum sprechen. Ihr Bruder musste die Spitalrechnung bezahlen und brachte Yang in ein Krankenhaus in Xi’an, neun Stunden Autofahrt entfernt. Bei ihrer Ankunft erklärten die Ärzte, ihr Zustand sei überaus ernst; jede weitere Verzögerung hätte ihren Tod bedeuten können. Yang blieb über zwei Wochen in Spitalbehandlung, bevor sie nach Hause konnte.