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Chinas Krieg gegen Christen

Juni 2019 – Mindestens 20 Millionen Christen leiden in China unter Verfolgung. Durch die intensivierten Massnahmen gegen Kirchen durch die regierende Kommunistische Partei ist zu befürchten, dass die Anzahl im kommenden Jahr wahrscheinlich noch auf bis zu 50 Millionen ansteigen wird.

hmk. Im Dezember 2018 hat die Polizei mindestens 100 Mitglieder der Kirche Early Rain Convent Church in Chengdu, in Chinas südwestlichen Provinz Sichuan, verhaftet. Pastor Wang Yi und seine Frau Jiang Rong wurden der „Anstiftung zum Umsturz der bestehenden Ordnung“ („subversive Tätigkeit“) beschuldigt, was mit bis zu 15 Jahren Gefängnis bestraft werden kann. Im November 2018 haben die Behörden die Kirche Guangzhou Bible Reformed Church in der Provinz Guangdong in Südchina geschlossen. Und in Ostchina haben die Behörden mindestens 1‘700 Kreuze von Kirchgebäuden mit Gewalt entfernt.

Im vergangenen Jahr beschloss die Kommunistische Partei, die Begrenzung der Präsidentschaft auf zwei Amtsperioden aufzuheben, und hat so Präsident Xi zum mächtigsten chinesischen Führer seit Mao Zedong (Foto) gemacht. Das bedeutet, dass er wahrscheinlich auch nach dem Ende seiner zweiten Amtsperiode 2022 als Präsident amtieren wird. Die geänderte Verfassung des Landes trägt nun Xis Namen und seine Ideologie. Foto: © HMK

 

Staatliche Paranoia
Etwa 500 Hauskirchenleiter verfassten eine Erklärung, dass die Behörden Kreuze durch die chinesische Fahne ersetzt hätten und Gemeinden gezwungen hätten, patriotische Lieder zu singen und keine Kinder zu den Gottesdiensten zuzulassen. Die Behörden in der Stadt Xingtai in der südlichen Provinz Hebei haben einen offenen Brief geschrieben und Schulen und Eltern aufgefordert, ihren Kindern nicht zu erlauben, an irgendeiner religiösen Veranstaltung teilzunehmen. „Schüler sollten keinen religiösen Glauben haben. Minderjährige Kinder sind unfähig, für sich selbst zu denken, da sie nicht mündig sind,“ so die Übersetzung des Briefes, die von der Nichtregierungsorganisation ChinaAid mit Sitz in USA veröffentlicht wurde. „Wenn sie geködert werden und gezwungen werden eine Religion zu glauben und religiöse Veranstaltungen zu besuchen, werden sie leicht durch illegale religiöse Veranstaltungen und radikale religiöse Gedanken beeinflusst und dies wird Folgen für ihre mentale Gesundheit und ihre Zukunft haben. Alle Eltern, egal was für eine Religion sie haben, sollten ihre Kinder lehren, keine religiösen Orte zu betreten oder an religiösen Veranstaltungen – einschliesslich Religionsunterricht und Sommerlager – teilzunehmen, und sie sollten von allen religiösen Anlässen fernbleiben.“

Die Regierung ist nervös
Doch Chinas Krieg gegen die Religion ist nur die Reaktion auf das Wachsen des Christentums und zeigt, wie nervös die Regierung ist. Die kommunistischen Führer sehen im Christentum und in den Christen eine Bedrohung ihrer Macht, weil sie eben ein gespanntes Verhältnis zu den USA im Besonderen und dem Westen im Allgemeinen haben, und auch weil das Christentum die Betonung auf Menschenwürde und individuelle Freiheiten legt. Es gibt rund 100 Millionen Christen in China, und ihnen ist es nicht erlaubt, irgendwelche Organisationen zu bilden, die nicht von der Regierung kontrolliert werden. Rund 80 Prozent der Christen besuchen „inoffizielle“ Hauskirchen1. Die offizielle Protestantische Drei-Selbst-Bewegung und die Katholische Patriotische Gemeinschaft, die unter strenger Kontrolle und Aufsicht der kommunistischen Regierung sind, sind viel kleiner als die Hauskirchenbewegung. Präsident Xi Jinping, der 2012 zum chinesischen Präsidenten ernannt wurde, hat versucht, mit dem Wachstum der chinesischen Christenheit fertig zu werden, indem er sie „sinisieren“ wollte, das heisst er wollte das Christentum in die chinesische Philosophie und Ideologie hineinbiegen.

Die Christenheit in China wächst. Inzwischen geht man von etwa 100 Millionen Christen aus, und rund 80 Prozent davon gehören zu nicht registrierten Gemeinden. Foto: © HMK

 

Neue Regulierungen
Im Jahr 2018 wurden neue Regulierungen betreffs religiöser Angelegenheiten unter dem Vorwand eingeführt, „Extremismus auszumerzen“. Das Gesetz fordert von den Menschen, vor jeder religiösen Veranstaltung zuerst eine Genehmigung der Regierung einzuholen. Wer dagegen „verstösst“, kann mit bis zu 45‘200 US-Dollar bestraft werden. Es begrenzt das Hochladen von religiösen Inhalten auf dem Internet und verbietet „ausländischen Einzelpersonen und Organisationen“ zu predigen oder religiöse Informationen weiterzugeben. Nur Mitglieder der „offiziell lizensierten“ Organisationen dürfen religiöse Inhalte ins Web stellen. Die eigentliche Absicht dieser neuen Regulierungen ist es, nicht registrierte Kirchen dazu zu zwingen, sich unter die Regierungskontrolle zu begeben und dann eine Form des Christentums zu vertreten, die dem autoritären Regime oder dem Kommunismus nicht widerspricht.

 

Die Untergrundkirchen sind furchtlos und wachsen
Doch die Christen Chinas scheinen furchtlos zu sein und wachsen im Glauben. Pastor Huang Xiaoning von der vom Staat geschlossenen Guangzhou Bible Reformed Church meint: „Die chinesische Kommunistische Partei möchte der Gott Chinas und des chinesischen Volkes sein, aber gemäss der Bibel ist nur Gott Gott."


*Name aus Sicherheitsgründen geändert.

 

 

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