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China: Anwalt wurde gefoltert

dic./April 2011 – Geng He, die Frau des vermissten christlichen Anwalts Gao Zhisheng verlangt Antworten von der chinesischen Regierung nach neuen Enthüllungen über Folter an ihrem Mann. Nachdem sie mit Geng gesprochen hatte, veröffentlichte die Associated Press (AP) am 10. Januar 2011 ein Interview mit Gao vom April 2010. In diesem Interview hatte er Einzelheiten der Folter berichtet, die er in den vorangegangenen 14 Monaten erlitten hatte. Die AP veröffentlichte dieses Interview im Vorfeld des Staatsbesuches des chinesischen Präsidenten Hu Jintao vom 18. bis 21. Januar in den USA. Gao hatte darum gebeten, diesen Bericht nur zu veröffentlichen, falls er wieder verschwinden sollte oder „es an einen sicheren Ort schaffen würde wie die USA oder Europa“, laut AP.


Am 4. Februar 2009 wurde er von der Staatssicherheit verhaftet, kurz nachdem seine Frau mit den zwei Kindern aus China geflohen war, um in den USA Asyl zu suchen. Gao wurde über ein Jahr lang ohne jegliche Verbindung zur Aussenwelt gefangen gehalten. Am 6. April 2010 inszenierte die Polizei ein kurzes Auftauchen, bevor er am 20. April in Begleitung von Polizisten wieder verschwand. In seinem Interview mit der AP hatte Gao gesagt, die Septemberwoche, in der er gefoltert wurde, sei die schlimmste seit seiner Verhaftung im Februar 2009 gewesen. Sie sei weit schlimmer gewesen als die Folter, die er bei einem vorangegangenen Verschwinden 2007 erlitten habe. Damals habe Gao die Polizei von Beijing gefragt, warum sie ihn nicht ins Gefängnis steckten. Da hätten sie ihm, laut AP, geantwortet: „Dazu bist du nicht gut genug. Wenn wir wollen, dass du verschwindest, wirst du verschwinden!“