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Algerien: Verfolgt und trotzdem ermutigt

Weil sich Abderachmen entschieden hat, Jesus Christus nachzufolgen, verlor er seine ganze Existenzgrundlage und musste mit seiner Familie fliehen. (Symbolbild)

Abderachmen* war Muslim und fand zum Glauben an Jesus, ebenso seine Familie. Hier erzählt er, was diese Entscheidung für ihn, seine Frau und seine beiden Kinder bedeutet.

hmk./Oktober 2014 – „Mein Name ist Abderachmen. Ich bin Algerier und erzähle Ihnen hier, was ich in den letzten Monaten erlebt habe. Als verantwortungsbewusster Mann kümmerte ich mich stets liebevoll um meine Eltern, meine Frau und meine zwei Kinder. Obwohl ich kein tiefgläubiger Muslim war, kam ich all meinen religiösen Verpflichtungen nach, so wie es von mir erwartet wurde. Meine Eltern sind in unserer Stadt angesehen und einflussreich. Mein Grossvater war ein bekannter Marabut (Heiliger, Asket; Anm. HMK).

Islam verlassen
Als meine Eltern erfuhren, dass ich den Islam verlassen habe und nun Christ bin, waren sie sehr erbost. Es spielte für sie keine Rolle, dass ich stets für sie gesorgt und mich um meine Kinder gekümmert habe. Mit allen Mitteln versuchten sie, mich zurück zum Islam zu bewegen. Doch über einen christlichen Sender hörte ich von Jesus, und dieser Mann faszinierte mich. Eines Tages habe ich mich für ein Leben mit ihm entschieden. Nichts kann mich mehr von diesem neuen Weg abbringen, auch nicht das Betteln und die Drohungen meiner Familie.

Enterbt, gekündigt, geflüchtet
Leider liessen meine Eltern nicht locker und fingen an, meine Frau unter Druck zu setzen. Sie wollten, dass sich meine Frau von mir scheiden lässt, doch auch sie kam zum Glauben an Jesus und will mich nicht verlassen. Daraufhin versuchten meine Eltern, uns unsere Kinder im Teenager-Alter wegzunehmen, doch sie wollten bei uns bleiben. Meinen Eltern blieb nichts anderes übrig, als mich und meine Familie vom Erbe zu entbinden, wie es die Scharia – das islamische Gesetz – verlangt.

Ich verlor meine Arbeitsstelle als Geschäftsleiter in der Firma meiner Eltern und auch die Wohnung wurde mir gekündigt. Die Situation spitzte sich weiter zu und wir mussten die Stadt verlassen. Am neuen Ort fangen wir nun bei null wieder an. Es ist für uns nicht einfach, uns hier in der neuen Stadt zurechtzufinden. Meine Eltern werden wohl auch hier versuchen, ihren Einfluss geltend zu machen.

Neue Hoffnung geschöpft
Doch hier lernte ich vor kurzem andere algerische Christen kennen. Es sind Freunde der HMK. Sie helfen uns als Familie, in der neuen Stadt Fuss zu fassen. Sie haben mir angeboten, vorerst die Miete für unsere neue Wohnung zu übernehmen. Das hat mich sehr berührt und ich hatte Freudentränen in den Augen! Sie können sich das vielleicht nicht vorstellen, aber manchmal hatten wir kaum noch Hoffnung. Da kommt plötzlich jemand und streckt seine helfende Hand aus.”

Über unsere algerischen Projektpartner vor Ort leisten wir als HMK gezielt und wirkungsvoll Hilfe:

Zufluchtsorte/Wohnungen
Wir organisieren Christen ein Dach über dem Kopf, die aufgrund der Sicherheitslage untertauchen mussten.

Aufbau neuer Existenz
Verlieren Christen ihre ganze Existenzgrundlage und geraten in finanzielle Not, helfen wir ihnen über die Runden (z.B. Beteiligung bzw. Übernahme der Mietkosten). Wir helfen ihnen beim Aufbau einer neuen Existenz, damit sie innert absehbarer Zeit ihren eigenen Lebensunterhalt bestreiten können.

Rechtshilfe
Immer wieder sehen sich algerische Christen auch mit juristischen Herausforderungen konfrontiert und müssen vor Gericht erscheinen. Wir vermitteln ihnen einen Anwalt, der ihre Rechte vor Gericht verteidigt.

Medizinische Betreuung
Wir leisten medizinische Hilfe für Christen, die Opfer von Gewalt wurden.

Christlich-arabisches Sat-TV
Täglich wenden sich Interessierte via das christlich-arabische Sat-TV an die algerischen HMK-Partner (via E-Mail, Skype, Handy, SMS). Dank eines langjährigen und landesweiten Netzwerkes können wir auf die Bedürfnisse dieser Menschen eingehen, ihnen Fragen beantworten, sie beraten, betreuen, persönlich besuchen und auf Wunsch mit anderen Christen in ihrer Region vernetzen.

 

*Name aus Sicherheitsgründen geändert.

Täglich melden sich bei den lokalen HMK-Partnern Algerierinnen und Algerier, die am christlichen Glauben interessiert sind. Viele von ihnen sind Jugendliche.

 

 

Geistlicher Aufbruch unter algerischen Christen

 

Für die Christen im Land hat sich die Lage – insbesondere in der Kabylei im Norden Algeriens – verbessert. Vor kurzem konnte eine Kirche mit offizieller Genehmigung durch die Behörden ihren Umbau abschliessen. Nun finden sich dort regelmässig bis zu 1‘400 Personen zum gemeinsamen Gottesdienst ein. Doch bereits wird auch dieser Platz zu knapp, denn jede Woche finden Dutzende zum Glauben an Jesus. Gott bekräftigt sein Wort durch Zeichen und Wunder, und die Christen sind Zeugen davon. Diese grosse Kirche tauft jährlich gegen 200 Gläubige und gründete in jüngster Vergangenheit in der Grosskabylei zehn weitere Kirchen.

Ausserhalb der Kabylei und unter arabischen Algeriern ist es fürs Evangelium vergleichsweise hart, doch auch hier ist Gott am Wirken. An über 40 Orten gibt es bereits Hauskirchen bzw. werden gerade welche gegründet.

Bereits mit 90 Franken (72 Euro) im Monat können Sie wesentlich dazu beitragen, dass ein lokaler HMK-Partner in Algerien für den Dienst in seiner Heimat freigesetzt wird. Danke für Ihre Unterstützung.

Gemeindegründer Mohammed aus Nordafrika erzählt…

Mein Name ist Mohammed. Ich war früher Muslim. Ich war jemand, der den Islam praktizierte, Erholung und Frieden suchte, und versuchte, Gott zu gefallen. Doch eines Tages ist etwas geschehen...

Verfolgt und trotzdem ermutigt

Amara*: „Mein Mann wurde wiederholt wegen seines Glaubens verhaftet. Eines Tages haben sie ihn während eines Gottesdienstes abgeführt.“ Trotz Verfolgung sind Amara und ihr Mann in ihrer Heimat ein Zeugnis für Jesus. Die Gemeinden wachsen! Rüsten Sie die Gemeindegründer in Nordafrika aus, damit sie ihren Dienst tun können?