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Algerien: Kirchentore lassen sich schliessen, nicht aber die Türen der Herzen

Menschen, die zum christlichen Glauben gefunden haben, lassen sich taufen. Foto: © HMK

„Wir Algerier haben Hunger nach Gott“, betont ein Christ aus Algerien. Dies habe ihn bereits ins Gefängnis gebracht. „Aber der Herr ist mit uns, auch wenn Extremisten da sind.“ In der Schweiz gab der algerische HMK-Partner Mohammed anlässlich der Vortragstournee Sonntag der verfolgten Kirche einen Einblick in die Situation der Christen seines nordafrikanischen Landes.

idea/livenet/hmk./Oktober 2015 -
„Islamische Extremisten machen den Christen in Algerien das Leben manchmal ebenso schwer wie die staatlichen Schikanen, berichtete Mohammed* am HMK-Referententag in Thun. Dennoch: Gott habe viel Positives in seinem Leben bewirkt, sagte der Mann aus Nordafrika. Ihm sei das Bekenntnis zu Christus wichtig – trotz des Drucks muslimischer Fundamentalisten. Mohammed ist überzeugt: „Der Herr kann auch deren Herzen verändern.“ Viele Menschen in Algerien hätten „Hunger nach Gott“.
Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass der nordafrikanische Staat bis ins siebte Jahrhundert hinein christlich geprägt war, nicht zuletzt dank dem Wirken des algerischen Kirchenvaters Augustinus. Mit der Ausbreitung des Islam begann der Rückzug des Christentums.

Es weht ein rauer Wind

In seinem mit vielen Beispielen gespickten Vortrag berichtete Mohammed unter anderem von einer Frau, die schwierige Zeiten durchlebt hatte. Sie habe zu ihm gesagt: „Mein Mann musste mehrfach ins Gefängnis. Das war schrecklich für mich. Doch die Gebete – auch von Menschen aus dem Ausland – haben mir Kraft gegeben. Gott hat mich in seiner Hand gehalten.“ In den Medien seien Christen in den letzten Jahren mehrfach als Gefahr dargestellt worden, berichtete Mohammed. Gleichzeitig wurde die Gesetzgebung verschärft. „Wer eine Bibel weitergibt oder über Gott spricht, kann bis zu fünf Jahre ins Gefängnis gesteckt werden“, erklärte der algerische Christ. Begründet werde die Strafe damit, dass so der Glaube eines Muslim erschüttert werde. Trotz des äusseren Drucks finden immer mehr Menschen zu Christus. Als Beleg nannte Mohammed die Tatsache, dass sich jährlich mehrere tausend Menschen auf christliche TV-Sendungen hin melden, weil sie mehr von Jesus wissen wollten.

Hürden und Hoffnung
Eine derzeit unüberwindbare Hürde ist das Prozedere, um eine christliche Gemeinde zu registrieren. Vor rund zehn Jahren wurde ein Gesetz eingeführt, das auf den ersten Blick Religionsfreiheit gewährleistet. Der Staat verspricht, christliche Gottesdienste stünden unter dem Schutz der Obrigkeit. Voraussetzung, um diesen Schutz beanspruchen zu können, ist die Registrierung der Gemeinde beim Staat. In den zehn Jahren nach Einführung des Gesetzes ist es allerdings keiner der zahlreichen christlichen Gemeinden gelungen, eine solche offizielle Registrierung durch die Behörden zu erhalten. Manchmal waren die nötigen Formulare bei den Lokalbehörden nicht vorhanden – und wurden auch nie nachgeliefert – oder die Papiere waren zwar da, doch dann hiess es, sie seien nicht korrekt ausgefüllt worden.

Aufbruch trotz Schwierigkeiten
Das algerische Christentum geht heute stark vom Nordosten des Landes aus. In der Region Kabylei fanden im letzten Jahrzehnt viele Menschen zum christlichen Glauben. „Hier beten Christen, dass sich das Evangelium im ganzen Land verbreitet“, sagte Mohammed.
Seit der Teilung des Sudans ist Algerien das grösste Land Afrikas. 41 Volksgruppen sind hier beheimatet. Die Gesetzgebung ist muslimisch und der Übertritt zum Christentum offiziell nicht gestattet. Auch Mohammed war früher Muslim: „Doch Gott veränderte meine Seele, ich war von seiner Liebe überwältigt. Derzeit finden landesweit rund hundert Suchende pro Monat bei Christus eine neue, geistliche Heimat.”

Autor: Daniel Gerber

*Name aus Sicherheitsgründen geändert.

Stärken Sie die algerischen Christen in ihrer Heimat

Das Partnernetzwerk der HMK in Algerien besteht aus einheimischen Christen und ist landesweit gut vernetzt. Es stärkt seine Glaubensgeschwister auch gerade in abgelegenen Regionen des Landes.

Medienarbeit
Die lokalen HMK-Partner erhalten monatlich mehrere Hundert Anfragen von Personen, die via das christlich-arabische Satelliten-TV von den Lebenszeugnissen ihrer Landsleute erfahren haben. Die Interessierten melden sich aufgrund der Sendungen telefonisch, per E-Mail, SMS oder via soziale Medien, um mehr über den christlichen Glauben zu erfahren. Eigens betriebene Webseiten sowie ein Webradio stossen auf grosses Interesse.  Mit bereits 120 Franken (111 Euro) ermöglichen Sie ein Jahr lang den Betrieb einer evangelistischen Webseite inkl. Werbemassnahmen.

Vernetzung, Betreuung, Schulung
Interessierte werden mit algerischen Christen in ihrer Region vernetzt. Jeweils im Sommer finden Treffen für Neugläubige aus dem ganzen Land statt. Algerische Christen werden geschult, damit sie bei sich zu Hause eine neue Hauskirche beginnen können. Diese Hausgottesdienste sind eine Chance für Gläubige, die bisher keinen Zugang zu einer Gemeinde hatten. Die Gemeinschaft und das gemeinsame Gebet sind für sie sehr ermutigend. Mit 90 Franken (83 Euro) ermöglichen Sie zehn künftigen Mitarbeitenden die Teilnahme an einer einwöchigen Schulung.

Unterhaltskosten für Autos
Regelmässig treffen sich die HMK-Partner zu Weiterbildungen, Gebet und Gemeinschaft. Bei den grossen Distanzen sind Autos unabdingbar, und wegen den schlechten Strassen und den klimatischen Verhältnissen sind Wartungen und allfällige Reparaturen der Autos notwendig. Mit 100 Franken (93 Euro) können Sie wesentlich zu diesem Auto-Service beitragen.

Startup-Finanzierung
Gemeindegründer-Ehepaare sind in abgelegenen Regionen auf die Schaffung von Arbeit angewiesen. Hier hilft die HMK mit einer Startup-Finanzierung.  Mit monatlich 700 Franken (650 Euro) können Sie einer einheimischen Missionarsfamilie in der Anfangsphase die Wohn-, Verpflegungs-, und Transportkosten vollständig abdecken.

Gemeindegründer Mohammed aus Nordafrika erzählt…

Mein Name ist Mohammed. Ich war früher Muslim. Ich war jemand, der den Islam praktizierte, Erholung und Frieden suchte, und versuchte, Gott zu gefallen. Doch eines Tages ist etwas geschehen...

Verfolgt und trotzdem ermutigt

Amara*: „Mein Mann wurde wiederholt wegen seines Glaubens verhaftet. Eines Tages haben sie ihn während eines Gottesdienstes abgeführt.“ Trotz Verfolgung sind Amara und ihr Mann in ihrer Heimat ein Zeugnis für Jesus. Die Gemeinden wachsen! Rüsten Sie die Gemeindegründer in Nordafrika aus, damit sie ihren Dienst tun können?