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Algerien: Im Sog der Arabischen Revolution

Algeriens Bevölkerung blickt in eine ungewisse Zukunft.

Arabische Welt: Hoffnung auf Freiheit getrübt

hmk./April 2012 – Nach Jahrzehnten der diktatorischen Unterdrückung gehen Menschen voller Hoffnung auf die Strasse. Sie sind auf der Suche nach Freiheit. Sie wollen Teil des politischen Systems sein und nicht wie bisher vom System unterdrückt werden. In einigen Fällen (Tunesien, Ägypten, Libyen) sind die Köpfe der alten Systeme gerollt. Doch viele der noch bestehenden regierenden Systeme schalten und walten zurzeit nach eigenem Gutdünken, mit dem Ziel, ihre Macht zu erhalten. Zugeständnisse zu mehr politischer Beteiligung der Bevölkerung entpuppen sich als eine Farce, damit der Westen zufrieden ist. Wegen der unfreiwilligen politischen Abstinenz während der vergangenen Jahrzehnte sind die breiten Massen für politische Mitgestaltung hin zu einer Demokratisierung gar nicht bereit. Sie wurden jahrzehntelang politisch fremdbestimmt, hatten nichts zu sagen und sind deshalb heute mit den politischen Umwälzungen überfordert.
 
Islamistische Kräfte im Aufwind
Die Arabische Revolution hat in verschiedenen Regionen der Arabischen Welt zu einem unerwarteten politischen Vakuum geführt, das nun durch islamistische Kräfte geschickt ausgenutzt wird. Denn bei ihnen wurde während der jahrzehntelangen Unterdrückung der politische Überlebensinstinkt gestärkt und geschärft. Sie sind gut organisiert, haben ein klares Ziel und können die Massen dank der Moscheen für sich gewinnen. Zudem sind sie auch in der Bevölkerung karitativ sehr aktiv und haben dabei Erfolg, die breite Bevölkerung für ihre Ideen zu gewinnen. Sie sind neben den amtenden Systemen leider die einzigen Akteure in Nordafrika, die für „politisches“ Engagement fähig und bereit sind.

Islamistische Kräfte in der Arabischen Welt versuchen, das Machtvakuum, welches durch die Revolution ausgelöst wurde, geschickt auszunutzen.

 

Unbestimmte Zukunft für Algerien

Bei den bevorstehenden Wahlen in Algerien, die für den Mai 2012 angekündigt sind, tendiert Algerien in eine ähnliche Richtung wie Tunesien. Die Menschen sind zwar froh, dass der Arabische Frühling hier kein Chaos nach dem Beispiel Ägyptens gebracht hat. Und die schreckliche Erfahrung eines Bürgerkriegs wie in Libyen hat die Bevölkerung Algeriens bereits in den 90er Jahren durchleiden müssen. Die traumatischen Erinnerungen daran sind noch immer viel zu wach. Doch im Sog der Umwälzungen in der arabischen Welt hat auch der algerische Präsident Reformen eingeleitet, das Parlament erweitert, Parteien zugelassen und faire Wahlen eingeleitet. Doch in Algerien blieben die islamistischen Kräfte auch nach dem Bürgerkrieg weiterhin gefährlich aktiv. Sie orientieren sich an den Muslimbrüdern in Ägypten und der Ennahda Partei in Tunesien. Plötzlich vereinigen sich bisher zerstrittene algerische Parteien unter einer Führung mit dem erklärten Ziel, die nächsten Wahlen mit der Farbe des Islams zu prägen: grün. Was ihnen mit einem Bürgerkrieg nicht gelungen ist, droht ihnen jetzt dank der Arabischen Revolution und im Namen der Demokratie zu gelingen.

 

 

 

 

Gemeindegründer Mohammed aus Nordafrika erzählt…

Mein Name ist Mohammed. Ich war früher Muslim. Ich war jemand, der den Islam praktizierte, Erholung und Frieden suchte, und versuchte, Gott zu gefallen. Doch eines Tages ist etwas geschehen...

Verfolgt und trotzdem ermutigt

Amara*: „Mein Mann wurde wiederholt wegen seines Glaubens verhaftet. Eines Tages haben sie ihn während eines Gottesdienstes abgeführt.“ Trotz Verfolgung sind Amara und ihr Mann in ihrer Heimat ein Zeugnis für Jesus. Die Gemeinden wachsen! Rüsten Sie die Gemeindegründer in Nordafrika aus, damit sie ihren Dienst tun können?