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Algerien: Ein Herz für die Heimat

Amal hat sich für ein Leben mit Jesus entschieden und hätte diese Entscheidung beinahe mit ihrem Leben bezahlt.

Algerische Christen sind in ihrer Heimat eine kleine Minderheit und sind mit vielen Nachteilen konfrontiert. Umso ermutigender ist es zu wissen, dass sie ihren Glauben mit viel Hingabe leben und dadurch ein Zeugnis für ihre Mitmenschen sind. Es ist uns als HMK ein Vorrecht, unsere algerischen Glaubensgeschwister dabei unterstützen zu können.

hmk./September 2013 – Die Arabische Revolution hat Nordafrika und den Nahen Osten destabilisiert. Algerien wurde davon weitgehend verschont – vielleicht deshalb, weil die Bevölkerung das Risiko eines erneuten Bürgerkrieges nicht eingehen will. Erst 22 Jahre ist es her, seit eine Machtübernahme durch Islamisten in einem jahrelangen, blutigen Bürgerkrieg endete. Vielleicht wurden die Menschen auch von den Unruhen in ihren Nachbarländern abgeschreckt. Oder vielleicht liegt es auch an den 100'000 algerischen Christen, die unaufhörlich zu Gott schreien und für Ruhe und Sicherheit in ihrem Land bitten. Trotz verhältnismässig stabilen politischen Verhältnissen sind unzählige Menschen enttäuscht und frustriert ob der lahmenden Wirtschaft, der verzögerten Modernisierung, der hohen Arbeitslosigkeit und der wachsenden Teuerung. Nicht zuletzt führen aber diese soziopolitischen Missstände gerade bei der jungen Generation zu einer grossen geistlichen Offenheit. Das war auch bei Amal der Fall.

Amal entgeht ihrer Hinrichtung
„Ich bin eine junge Frau und heisse Amal*. Ich stamme aus einem kleinen Bergdorf. Mein Vater ist dort der Dorf-Chef, der zum Rechten schaut. Als er eines Tages durch andere erfuhr, dass ich zum Glauben an Jesus Christus gefunden habe, wurde er sehr wütend. Er befahl mir, sofort nach Hause zu kommen. Als ich daheim ankam, hat er mich freundlich gebeten, zum Islam zurück zu kehren. Doch ich wollte nicht. Dann fing mein Vater an, mich zu bedrohen, zu beschimpfen und anschliessend zu schlagen. Aber ich habe ja nichts Schlimmes getan. Ich habe Jesus in meinem Leben gefunden und für mich war klar, dass er in Zukunft das Zentrum in meinen Leben sein soll. Als das mein Vater merkte, gab er die Hoffnung auf. Ich hörte, wie er meinem Bruder befahl: «Nimm mein Jagdgewehr, geh in den Wald, erschiess diese Hündin, und kehre ohne sie wieder zurück.»

Mein Bruder gehorchte. Er packte mich, nahm das Gewehr und stiess mich vor sich her in den Wald. Als wir dort ankamen, richtete er das Gewehr auf mich und sagte: «Sag das islamische Glaubensbekenntnis und alles ist wieder gut.» Ich erwiderte: «Hast du noch immer nicht verstanden? Du kannst zwar mein Herz töten, aber nicht meine Seele. Diese gehört jemand anderem.» Mein Bruder ist Notar und wurde an einer guten Universität ausgebildet. Er stand am Anfang einer vielversprechenden Karriere. Würde er all das aufs Spiel setzen und mich umbringen? Ich sah, wie er seinen Finger an den Abzug legte, um zum Mörder zu werden – und er drückte nicht ab! Er konnte es nicht. Gemeinsam kehrten wir ins Dorf zurück. Unser Vater war meinem Bruder gegenüber fassungslos erzürnt. Doch dieser sagte: «Ich konnte es nicht übers Herz bringen. Wenn du es kannst: Nur zu.» Mein Vater war in diesem Moment nicht in der Lage, mich umzubringen.

Heute lebe ich in Sicherheit und habe sogar eine Arbeitsstelle. Ich bin Gott von Herzen dankbar, dass er mir andere algerische Christen zur Seite gestellt hat, die mir in dieser schwierigen Zeit beistanden. Seither hat sich sogar die Beziehung zu meiner Familie wieder etwas normalisiert.”

 

*Name aus Sicherheitsgründen geändert.

Die wirtschaftlich katastrophale Lage lässt viele junge Menschen offen werden für Jesus.

 

 

HMK unterstützt vielfältig

 

Christlich-arabisches TV

Immer mehr Algerierinnen und Algerier sind offen für Jesus Christus. Die Lebenszeugnisse, die über einen christlich-arabischen Fernsehsender ausgestrahlt werden, stossen in breiten Bevölkerungsteilen auf reges Interesse. Täglich verzeichnen wir zahlreiche Reaktionen über Telefon, E-Mails, SMS und Facebook. Die Bewältigung dieser Anfragen und die damit verbundene Betreuung dieser interessierten Personen sind für unsere algerischen Glaubensgeschwister eine grosse Herausforderung.

 

Betreuung & Vernetzung

Unseren algerischen Freunden ist es ein Herzensanliegen, dass sie die Kontakte zu den Interessierten pflegen können. Sie sind sehr dankbar, dass wir sie als HMK bei der Bewältigung der schon fast unzähligen Anfragen unterstützen. Aus den Kontakten entstehen oft wertvolle Freundschaften und schon viele Menschenleben haben sich nachhaltig verändert. Es ist berührend, von unseren algerischen Freunden zu hören, dass sich Menschen wie Amal für ein Leben mit Jesus entschieden haben und in seiner Nachfolge gestärkt werden.

 

Startup-Hilfe

Algerische Gemeindegründer unterstützen wir mit sogenannten Anschubfinanzierungen, um ihr eigenes Gewerbe zu starten (Startup-Hilfe). Warum? Wenn sie in eine Stadt ziehen, in der es bisher keine christliche Gemeinde gibt, dann muss ihr Leben für die Menschen vor Ort eine plausible und akzeptable Antwort bieten. Und zwar auf die Frage: „Wovon lebst du?“ Diese Form der Unterstützung bietet algerischen Gemeindegründern nicht nur eine nachvollziehbare Daseinsberechtigung, sondern verschafft ihnen auch viele natürliche Kontaktmöglichkeiten zu Menschen, die am christlichen Glauben interessiert sind. Zudem können sie sich ihren Lebensunterhalt selbst finanzieren und sind unabhängig. Ein Gemeindegründer hat nun sein eigenes Taxi-Unternehmen. Er hat noch nie so viele Neue Testamente verteilt wie jetzt während seiner Arbeit!

 

Hilfe für Verfolgte

 

  • Durch Rechtshilfe unterstützen wir die Betroffenen, ihre in der Verfassung verankerten Rechte gerichtlich zu verteidigen.
  • Wenn akute Gefahr aus dem persönlichen Umfeld droht, bringen wir Gefährdete in Sicherheit.
  • Nach physischer Gewalt vermitteln und koordinieren wir medizinische Betreuung vor Ort. Bei
  • Fällen mit grossem, öffentlichem Interesse setzen wir uns durch Netzwerktätigkeiten (Lobbying) im In- und Ausland für die betroffenen Personen ein.

 

Diese Unterstützung ist nur dank Ihrer Spende möglich. Tragen Sie bitte diese Arbeit auch in Zukunft mit! Herzlichen Dank.

 

 

Gemeindegründer Mohammed aus Nordafrika erzählt…

Mein Name ist Mohammed. Ich war früher Muslim. Ich war jemand, der den Islam praktizierte, Erholung und Frieden suchte, und versuchte, Gott zu gefallen. Doch eines Tages ist etwas geschehen...

Verfolgt und trotzdem ermutigt

Amara*: „Mein Mann wurde wiederholt wegen seines Glaubens verhaftet. Eines Tages haben sie ihn während eines Gottesdienstes abgeführt.“ Trotz Verfolgung sind Amara und ihr Mann in ihrer Heimat ein Zeugnis für Jesus. Die Gemeinden wachsen! Rüsten Sie die Gemeindegründer in Nordafrika aus, damit sie ihren Dienst tun können?