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Die Kehrtwende einer jungen Muslimin

Februar 2020 - Früher war Nouria (Name geändert) für ihre Mitstudentinnen eine religiöse Extremistin und lebte in Angst und Sorge. Heute hat sie Hoffnung in Christus und lässt andere daran teilhaben.

hmk. Der Druck auf algerische Christen steigt, und dennoch beobachten die algerischen Projektpartner der HMK ein zunehmendes Interesse am christlichen Glauben. Mohammed (Name geändert) ist lokaler Projektpartner der HMK und leitet ein Team, das landesweit interessierten Muslimen  ihre Fragen nach dem christlichen Glauben beantwortet. Nouria ist eine von ihnen. Sie ist Studentin und als streng religiöse Muslimin befolgt sie alle islamischen Vorgaben. Ihre Mitstudentinnen bezeichnen sie sogar als Extremistin. Aber von einer Christin an ihrer  Uni erfährt sie von Jesus Christus. Doch Nouria verhärtet ihr Herz, will davon nichts wissen. Als ihre Mutter stirbt, heiratet ihr Vater bald eine andere Frau. Nouria hat mit der Stiefmutter oft Streit, grosse Probleme mit ihrem Vater und zu Hause nur noch Spannungen. Sie vermisst ihre Mutter schmerzlich. Eines nachts liegt sie im Bett und traut sich, mit Gott zu sprechen: „Ich brauche dich, denn ich leide sehr. Warum hast du zugelassen, dass ich zu Hause  solche Qualen erleiden muss, obwohl ich  eine treue Muslimin bin, die alle Gebete spricht und alles macht, was von mir gefordert wird?“ Während sie spricht, geht die Türe auf und viel Licht strömt in den Raum. Sie sieht die Silhouette einer leuchtenden Person, die eintritt und zu ihr sagt: „Ich bin Jesus, ich bin da für dich.“ Er nimmt Nourias Hand und sagt: „Ich will dir Frieden geben, nimm mich in dein Leben auf, ich werde dein Leben verändern.“ Sofort empfindet Nouria grosses Glück und  schläft ein. Als sie am nächsten Morgen aufwacht, ist sie erfüllt von einem grossen Frieden. Sie ruft ihre christliche Mitstu-dentin an und erzählt ihr, was sie erlebt hat. Mit ihr besucht sie nach wenigen Tagen einen Gottesdienst. „Jetzt kann ich mit Gott in Beziehung stehen. Die ganze Angst, der Stress, die Sorgen – alles ist weg!“, sagt Nouria. Kurze Zeit später trifft sie im Treppenhaus eine weinende Frau. Nouria hat Mitgefühl, erzählt ihr, wie Jesus sie getröstet hat und nimmt die Frau mit in  den Gottesdienst. Nun realisiert Nouria: „Jesus hat mein Leben neu gemacht, damit andere Mensch um mich herum ebenfalls Jesus kennen lernen können!“

Foto: © HMK

Die algerische Bevölkerung begehrt auf
Seit Anfang 2019 protestieren in Algerien die Menschen jeden Freitag friedlich zu Zehntausenden auf den Strassen. Diese Freitagsdemonstrationen, genannt „Hirak“, hat der alterskranke Präsident Bouteflika ausgelöst, als er seine Wiederwahl für die fünfte Amtszeit ankündigte. Unter dem Druck der Bevölkerung hat er auf eine neue Amtszeit verzichtet und viele hochrangige Politiker und Geschäftsleute wurden abgesetzt, vertrieben oder inhaftiert. Es  herrscht nun offensichtlich eine Militär-diktatur. Ob Präsidentschaftswahlen die erhoffte Lösung bringen, ist ungewiss.

 

Willkürliche Kirchenschliessungen
Die algerischen Christen hofften, dass durch die Absetzung des Ministers für interne Angelegenheiten auch die Verfolgung gegen Christen abnehmen würde. Doch leider gingen die Kirchenschliessungen weiter und wurden sogar noch intensiver: Am 15. Oktober 2019 wurden gleich drei Kirchen durch ein gewaltbereites Polizeiaufgebot geräumt und versiegelt. Zwei der Kirchen sind die grössten und bekanntesten Freikirchen und ihre Leiter sind Leiter der Evangelischen Allianz Algerien (Église protestante d'Algérie, EPA). Die EPA ist seit den 1960ern gesetzeskonform als Verein konstituiert. Doch seit sie ihre Stim-me für die Christen im Land immer lauter erhebt, versuchen die Behörden, ihr die Rechtmässigkeit wieder zu entziehen. Es ist unklar, was die aktuelle Verfolgung ausgelöst hat und wer im Hintergrund die Stricke zieht. Inzwischen sind zwölf Kirchen geschlos-sen unter dem Vorwand, sie entsprächen nicht den gesetzlichen Anforderungen, wie die Kommission für „Gottesdiensträume für Religionsausübung anders als Islam“ bemängelt hatte. Diese Kommission tritt jedoch nur in Erscheinung, wenn es darum geht, Baumängel festzustellen. Trotz grossem internationalem Druck lässt sich die Regierung nicht beeindrucken. Die algerischen Christen fühlen sich ihrer Religionsfreiheit beraubt und als Bürger zweiter Klasse. Die Aussichten, auf juristischem Weg zu ihren Rechten zu gelangen, sind gering.

Algerien: Lokal engagiert – durch einheimische Partner

Seit Anfang 2019 haben mehrere Tausend Personen das Team von Mohammed telefonisch kontaktiert, um mehr von Jesus Christus zu erfahren. Die Personen werden auf Wunsch und nach Möglichkeit von lokalen Teams besucht und mit Gemeinden in ihrer Region in Kontakt gebracht. Möchten Sie dieses Engagement mittragen? Die Teams arbeiten mit Broschüren mit dem Titel „Gott liebt dich. Er hat einen Plan für dich.“

 

Die Druckkosten für zehn Exemplare belaufen sich auf 30 Franken (25 Euro).

Foto: © HMK
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