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Algerien: Christen legen Berufung gegen Verurteilung ein

Evangelische Kirche in Algerien.

dic./März 2011 – Vier Christen in Algerien werden ein Gerichtsurteil anfechten, das über sie bedingte Haftstrafen verhängt hat, weil sie ohne Genehmigung einen Gottesdienst gefeiert hätten. Sie sagten, dieses Urteil könnte Auswirkungen auf alle Kirchgemeinden des Landes haben.


Der Strafgerichtshof von Larbaa Nath Irathen, etwa 27 km von der Hauptstadt der Provinz Tizi Ouzou entfernt, hat die vier Leiter einer kleinen evangelischen Gemeinde am 12. Dezember zu je zwei Monaten Gefängnis bedingt verurteilt. Der Pastor der Gemeinde, Mahmoud Yahou, wurde zusätzlich verurteilt, weil er einen Ausländer ohne offizielle Genehmigung beherbergt habe. Er bekam drei Monate bedingt und eine Busse von 10‘000 algerischen Dinar (US$ 130), wie das französische Fernsehen France 24 auf seiner Webseite berichtet hat. Der Staatsanwalt hatte für jeden Angeklagten eine einjährige Gefängnisstrafe verlangt. Obgleich die bedingten Strafen bedeuten, dass die vier Männer nicht ins Gefängnis müssen, meinte Yahou, dass er und die drei anderen beabsichtigten, in die Berufung zu gehen, weil der Ausgang ihres Prozesses Auswirkungen auf alle evangelischen Gemeinden im Land haben könnte, von denen keine eine offizielle Betriebserlaubnis habe. „Wenn sie uns zumachen, können sie alle anderen Versammlungen und Kirchen, die es in Algerien gibt, auch schliessen“, sagte Yahou. „Sie könnten alle geschlossen werden.“