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Algerien: Christen freigesprochen

dic./Januar 2011 – Ein algerisches Gericht hat im November zwei Christen freigesprochen, obgleich der Staatsanwalt gefordert hatte, sie wegen „Beleidigung des Islams” zu bestrafen. Die beiden Bauarbeiter, Salem Fellak und Hocine Hocini, waren am 12. August 2010 verhaftet worden, weil sie auf einer privaten Baustelle ihr Mittag-essen eingenommen hatten.

 

Der Vorfall ereignete sich in Ain El-Hammam in der Provinz Tizi Ouzou, rund 150 km östlich der Hauptstadt Algier. Beamte eines nahe gelegenen Polizeireviers sahen die Männer essen und schritten ein, weil sie nicht fasteten. Als die Polizisten merkten, dass sie Christen waren, beschuldigten sie sie, den Islam zu beleidigen. So berichtete es eine französischsprachige Pressemitteilung. Zwei Stunden lang wurden sie verhört und „ermahnt“. Dann befragte sie ein Staatsanwalt und erklärte ihnen, Algerien sei ein islamisches Land, in dem es keinen Raum für Christen gebe. Der Richter am Gericht von Ain El Hammam trat nicht auf den Fall ein, weil „kein Artikel [des Gesetzes] eine Grundlage biete, gegen sie gerichtlich einzuschreiten“, wie die BBC berichtete. Die Anschuldigungen gegen die beiden Christen und der Fall von vier Christen, die in der Provinz Tizi Ouzou vor Gericht stehen, weil sie ohne Genehmigung einen Gottesdienst gefeiert hätten, haben Besorgnis unter den Christen erregt. Ein algerischer Kirchenführer erklärte, die Regierung suche subtile Wege, um Druck auf Christen auszuüben. „Sie wollen nichts offen tun“, erklärte er und bat, dass sein Name nicht genannt würde. „Deswegen benutzen sie jede Gelegenheit, die sie finden können, z.B. erteilen sie keine Genehmigung, um eine Kirche in Tizi Ouzou zu bauen, oder beschuldigen die Männer, die im Ramadan nicht fasten.“