Startseite > Projekte > Projektländer > Albanien: 8-jähriger Shpëtim: „Ich bin Gott dankbar, dass ich noch lebe”

Albanien: 8-jähriger Shpëtim: „Ich bin Gott dankbar, dass ich noch lebe”

Shpëtim ist sehr dankbar für seinen Rollstuhl, mit dem er sich auch ausser Haus aufhalten kann.

Shpëtim* hat mehrere Operationen hinter sich. Heute geht es ihm bedeutend besser und er hat neue Lebensfreunde gefunden.

 

hmk./April 2015 – In Albanien leben schätzungsweise 200‘000 Menschen mit einer körperlichen Behinderung. Auf den Strassen sieht man diese jedoch selten. Es gibt kaum Rampen. Gebäude und Transportmittel sind nicht auf Menschen mit einem Handicap ausgerichtet. Zudem fehlt es an technischen Hilfsmitteln wie Rollstühlen und Therapiegeräten. Betroffene Kinder besuchen sehr oft die Schule nicht, weil sie den Schulweg nicht bewältigen können, oder aus Scham der Eltern, die ihre Kinder zu Hause „verstecken”.


Monatelange Behandlung
So erging es auch Shpëtim (Foto), der heute 18 Jahre alt ist. Vier Jahre zuvor war er in seiner körperlichen Entwicklung noch stark zurückgeblieben und glich einem Zehnjährigen. Seine Glieder waren verkrümmt und er sah elend aus. Obwohl er sehr intelligent ist, konnte er die Schule kaum besuchen. Dringend benötigte er eine intensive medizinische Behandlung. Durch die lokalen Partner der HMK begleitet, erhielt Shpëtim die Möglichkeit einer sechsmonatigen Behandlung im Ausland. In dieser Zeit wurde er mehrmals operiert. In Albanien war dies nicht möglich gewesen. Tapfer ertrug er diese Tortur, entging verschiedene Male knapp dem Tod.

Zuversicht trotz Schmerzen
Nun ist er zurück in Albanien bei seinen Eltern und lebt in einem einfachen Zuhause. Mit fester Stimme begrüsst er seine Gäste. Dankbar zeigt er sich seinen Eltern gegenüber und den Menschen, die ihn in dieser schwierigen Zeit begleitet haben. „Ich bin Gott sehr dankbar dafür, dass ich überhaupt noch lebe“, sagt er. Dies beeindruckt umso mehr, als dass er nach wie vor im Rollstuhl sitzt, Schmerzen hat und auf Hilfe angewiesen ist. Lebenswille und Dankbarkeit sind stärker als alle Einschränkungen!

 

Soziale Ausgrenzung
In Albanien sind die Schulen nicht für Kinder mit körperlicher Behinderung eingerichtet. So sind die betroffenen Kinder die meiste Zeit zuhause und ihre Eltern halten sie aus Scham oder weil sie nicht wissen, wie sie mit ihnen umgehen sollen, oft von der Öffentlichkeit fern. Hinzu kommen Diskriminierung und soziale Ausgrenzung durch die Gesellschaft. Aufgrund der ohnehin schon schwierigen wirtschaftlichen Situation im Land und der damit verbundenen hohen Arbeitslosigkeit gibt es für die Betroffenen kaum Arbeitsplätze.

 

*Name geändert.

 

Engagement für Menschen mit Behinderung

Der Einsatz für Menschen mit Handicap ist Teil des diakonischen Dienstes der lokalen HMK-Partner in Albanien. Menschen wie Shpëtim werden begleitet und unterstützt, damit sie eine Zukunft in Würde haben.

Bereits mit 100 Franken (93 Euro) im Monat können Sie Menschen wie Shpëtim einen wesentlichen Teil ihres Lebensunterhaltes decken. Wollen Sie unser Engagement in Albanien finanziell mittragen?