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Ägypten: Wenn eine Muslima Jesus nachfolgt

Nawal* ist ehemalige Muslima und fand zum Glauben an Jesus, wofür sie einen hohen Preis bezahlte. Trotzdem bereut sie ihre Entscheidung nicht. (Symbolbild)

In Ägypten finden zahlreiche Muslime zum Glauben an Jesus. Nawal*, eine junge Frau, ist eine von ihnen. Sie erzählt, welche Konsequenzen ihre Entscheidung für Jesus hat und wie sich ihr Leben veränderte.

hmk. / Januar 2015 - „Ich bin Nawal aus Ägypten. Bereits seit Beginn meines Uni-Studiums zweifelte ich daran, dass der Islam, mit dem ich aufwuchs, der richtige Weg ist. Ich suchte nach Beweisen und fand stattdessen zum Glauben an Jesus Christus. Über eine Webseite kam ich in Kontakt mit Christen in meiner Nähe. Sie schenkten mir eine Bibel. Zu Hause habe ich heimlich jedes Wort über Jesus verschlungen.

Morddrohung meiner Mutter
Eines Tages fand meine Mutter die Bibel und wurde extrem wütend. Sie schlug mich, zerriss die Bibel und drohte mir, dass sie mich umbringt, wenn ich nicht mit dem „Unsinn“ aufhöre und zum Islam zurückkehre. Mir blieb nur noch die Flucht übrig. Die Christen, die ich kennengelernt habe, kümmern sich nun um mich. Sie ermutigten mich, mit meiner Familie trotz allem in Kontakt zu bleiben. Mein Vater wollte alles wieder gut machen und lud mich ein, nach Hause zurückzukehren. Das tat ich, und meine Eltern waren freundlich. Mein Vater entschuldigte sich bei mir und schenkte mir sogar eine neue Bibel! Ich dachte, dass nun alles wieder gut ist.

Besuch von Imamen
Doch nach zwei Monaten kam mein Vater plötzlich mit zwei Imamen nach Hause. Sie waren freundlich und wollten mich wieder „auf den rechten Weg“ zurückbringen. Das Gespräch mit ihnen dauerte ganze sechs Stunden und ich machte ihnen klar, dass ich meinem Glauben an Jesus Christus nicht den Rücken kehren werde.

Die Imame empfahlen dann meinem Vater, mich entweder umzubringen oder mich mindestens wegzuschicken, damit ich nicht noch andere aus meiner Familie ‚anstecke‘. Mein Vater wurde wütend und sagte den Imamen: ‚Ich habe euch hierher gebracht, damit ihr meine Tochter zurückbringt. Jetzt wollt ihr, dass ich sie umbringe?‘ Nachdem die Imame unser Haus verlassen hatten, sagte mir mein Vater, dass ich mich in Sicherheit bringen solle. Er hatte Angst, dass die Imame etwas gegen mich planen könnten und er mich nicht beschützen kann.

Wieder fand ich Unterschlupf bei meinen Freunden. Sie helfen mir nun, damit ich über die Runden komme und dass ich mein Studium fortsetzen kann. Mit meinem Vater habe ich regelmässig Kontakt. Ich warte auf den Moment, wo ich wieder nach Hause zurückkehren kann.”

Die lokalen HMK-Partner (Netzwerke einheimischer Christen) betreuen in Ägypten rund 100 Menschen wie Nawal, die wegen ihrer Entscheidung für Jesus in Schwierigkeiten geraten. Als HMK unterstützen wir unsere einheimischen Partner bei dieser Arbeit, wodurch Betroffene eine neue Existenz erhalten, damit sie auch in Zukunft eine Perspektive in ihrer Heimat haben. Rund 200 Franken (160 Euro) pro Monat betragen die Betreuungskosten (Essen, Unterschlupf, Arbeitsvermittlung) für ehemalige Muslime wie Nawal. Unterstützen Sie unser Engagement?

*Name aus Sicherheitsgründen geändert.