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Ägypten: Traumata unter Überlebenden von Alexandria

dic./April 2011 – Das letzte, woran sich Osni Naim Michael erinnert war, dass über ein Dutzend Menschen vor ihm standen, die sich urplötzlich in einem strahlenden Blitz auflösten. In den frühen Stunden des 1. Januar hatte sich ein Selbstmord-Attentäter vor einer koptischen Kirche in Alexandria in die Luft gesprengt. Mindestens 22 Personen starben bei der Explosion oder später an ihren Verletzungen. Die Überreste von einem oder zwei Menschen sind noch nicht identifiziert.


Der 57-jährige Michael war einer der über 70 Patienten, die im St. Markus Spital behandelt wurden.
Seine äusseren Verletzungen waren leicht, mit einer Ausnahme – die Explosionswelle hatte sein linkes Auge zerstört und das rechte schwer geschädigt. Am 29. Januar, als in seinem Land bereits die politischen Aufstände begannen, wurde er mit fünf anderen Verletzten mit dem Flugzeug zur medizinischen Behandlung nach Deutschland gebracht. Die Prognose ist noch unsicher.