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Ägypten: Massaker hat der Regierung alle Glaubwürdigkeit genommen

dic./Januar 2012 – Die Armee hat 27 Menschen getötet (darunter mindestens 23 Christen), die gegen das Niederbrennen eines Kirchgebäudes protestierten. Diese Umstände hätten den meisten Ägyptern jeden Respekt vor der Übergangsregierung genommen, melden Menschenrechtsaktivisten im Lande.
Der Protest am 9. Oktober 2011 war eine Reaktion auf einen Angriff in Oberägypten vom 30. September, bei dem in dem Dorf Al Marenab (Provinz Assuan) die Mar-Gerges-Kirche und etliche Häuser von Christen niedergebrannt wurden. Die Aktivisten sagten ebenso wie Mitglieder der ägyptischen Kirchen, dass der Angriff jede Glaubwürdigkeit beseitigt habe, die die Armee unter Christen, gemässigten Muslimen und „Säkularisten“ besass. Auch die auf den Angriff erfolgte Erklärung des Höchsten Rates der Streitkräfte, wonach diesem kein Fehlverhalten nachzuweisen sei, habe seiner Legitimation stark geschadet. Statt die Verantwortung für die Getöteten zu übernehmen, beschuldigte das Militär nicht identifizierte „Feinde der Nation“ der Gräueltaten.


Wagih Jacoub, ein koptischer Menschenrechtsaktivist, der während des Angriffs verletzt wurde, äusserte sich empört über den Angriff und die darauf folgende Leugnung der Armee: „Sie lügen da absolut.“ Die Armee hat strikt geleugnet, auf die Protestierenden geschossen zu haben. Die Gerichtsmedizinerin Dr. Magda Adly veröffentlichte einen Bericht, in dem die Todesursachen der Opfer festgehalten wurden. Von den 23 Todesopfern, die von den Ärzten untersucht werden konnten, waren zwei an offenen Verletzungen gestorben und zwei wurden erschossen. 13 Personen wurden von Fahrzeugen überfahren. Weiter ist in dem Bericht zu lesen, dass die in den Leichen gefundenen Gewehrkugeln, so die Ärzte, aus Kalibern von Waffen stammen, die in der ägyptischen Armee gebraucht werden.