Startseite > Projekte > Projektländer > Ägypten: Islamisten attackierten Christen auf dem Sinai

Ägypten: Islamisten attackierten Christen auf dem Sinai

Christen fühlen sich in Ägypten nicht mehr sicher. Immer wieder werden sie zur Zielscheibe gewaltbereiter Islamisten.

Ägyptische Christen im Nord-Sinai fürchten um ihr Leben, nachdem Islamisten durch Morddrohungen und Gewalt mehrere Familien aus der Grenzstadt Rafah vertrieben haben.

mst./Dezember 2012 – Die Lage der Christen im Sinai ist sehr gefährlich”, sagt der Vertreter einer christlichen Minderheit in Ägypten. „Sie haben das Gefühl, dass sie von der Regierung und der Armee nicht beschützt werden. Die Armee ist in der Tat noch nicht einmal fähig, ihre eigenen Soldaten und Grenzposten zu beschützen.” Weiter berichtet der Vertreter, dass islamische Extremisten auf beiden Seiten der Sinai-Grenze zu Gaza eine Gefahr darstellen: „Man nimmt an, dass diejenigen, die die Christen bedrohen, nicht nur lokale Islamisten sind, sondern Palästinenser aus Gaza, die ungehindert die Grenze passieren. Diese bedrohen nun die Christen in Rafah und anderen Orten auf der Sinaihalbinsel. Wir befürchten, dass man diesen radikalen Elementen auf dem Sinai freie Hand gibt. Möglicherweise wird sogar dieses Gebiet besetzt, das jahrhundertelang von Christen bewohnt wurde.”

Maschinengewehrangriff…
Nach dem Überfall auf den Lebensmittelladen eines Christen in Rafah am 26. September 2012 sagte der Besitzer, Mamdouh Nasef, es sei ein Wunder, dass er überlebt habe. Nasef war mit seiner Familie gerade ausser Haus, als zwei maskierte Männer auf Motorrädern mit Maschinengewehren auf seinen Laden schossen.

…nach Morddrohungen auf Flugblättern
Der Angriff ereignete sich, nachdem alle christlichen Familien in der Stadt anonyme Drohungen erhalten hatten. Es waren Flugblätter, die in der Nacht vor ihre Haustüren gelegt wurden: „Ihr werdet leiden, wenn ihr nicht innerhalb von 48 Stunden die Stadt verlässt.” Auf den Flugblättern stand auch, dass Rafah Teil eines „Islamischen Emirats auf dem Sinai“ sei. Offensichtlich sind Christen dort nicht mehr willkommen. Einige Familien begaben sich nach El-Arish, der Hauptstadt vom Nord-Sinai, um dort Schutz zu suchen. In Rafah sind zurzeit nur noch einzelne christliche Familien übriggeblieben. „Wir wissen nicht, wohin wir gehen könnten. Wir haben Todesangst.”
Auch in der Vergangenheit wurden Christen immer wieder Opfer von Drohungen und Gewalt auf dem Sinai. Letztes Jahr beispielsweise wurde in Rafah eine Kirche in Brand gesteckt. Auf Graffiti an den verkohlten Wänden stand: „Dies ist ein Land des Islam; hier ist kein Platz für Christen.”

HMK hilft Christen in Ägypten
Als HMK leisten wir in Ägypten Hilfe für verfolgte Christen, wenn sie von ihrem Umfeld akut bedroht werden. Zudem unterstützen wir die Betreuung und Schulung einheimischer christlicher Leiter. Einheimische Christen werden gestärkt, damit sie ihren notleidenden Mitmenschen helfen können.